Schwerpunktthema: Nationale Dialoge

„Nationale Dialoge“ werden oft nach Bürgerkriegen oder anderen gewalttätigen und traumatischen Ereignissen ins Leben gerufen. Basierend auf einem breiten Mandat, bringen Nationale Dialoge alle wichtigen nationalen Interessengruppen sowie staatliche und nichtstaatliche Akteure zusammen. Auf der Agenda stehen die wichtigsten Konfliktthemen wie Staatsreform oder Staatsbildung. Nationale Dialoge dienen idealerweise als Plattform zur Vertrauensbildung, zum gemeinsamen Lernen, zu Reflexion und Entscheidungsfindung. Ziel ist es, einen neuen Gesellschaftsvertrag unter landesweiter Beteiligung zu entwickeln. Als temporäre und zeitlich befristete Initiativen, können sie vor, während oder komplementär zu formellen Verhandlungen stattfinden, die sich beispielsweise mit konstitutionellen Angelegenheiten oder ihrer Implementierung befassen.

Nationale Dialoge haben in jüngster Zeit in Zusammenhang mit dem Arabischen Frühling an Bedeutung gewonnen und könnten ein geeignetes Modell für die Verwirklichung eines langanhaltenden Friedens in Übergangsgesellschaften darstellen.

Hauptmerkmale Nationaler Dialoge

  • sie bringen verschiedene Interessen aller relevanten Interessengruppen während der politischen Übergangsphase zusammen
  • sie können als eine Art „kreativer Raum“ verstanden werden, in dem Ideen von nationaler Einigkeit, Versöhnung und Friedensentwicklung gedeihen können
  • sie können zwar nicht den Bedarf nach demokratischen Wahlen und einer effektiven Verfassung ersetzen, aber sie können einen normativen und praktischen Rahmen geben, der die Vertrauensbildung und das Zutrauen in die von Konflikten betroffenen Staaten fördert.

Praxishandbuch Nationale Dialoge

Bislang gibt es wenige wegweisende und praxisorientierte Materialien für diejenigen, die im Handlungsfeld Nationale Dialoge arbeiten. Gleichwohl werden diese Mechanismen immer populärer und von vielen als Möglichkeiten gesehen, politische Blockaden zu lösen, verfahrene Konfliktkonstellationen zu entwirren und tumultuöse Übergangsphasen zu meistern.

Die zunehmende Nachfrage nach Information und Anleitung für Gestaltungsoptionen Nationaler Dialoge, die von einer ganzen Reihe von Akteuren formuliert werden, war Impulsgeber für die Entwicklung dieses umfassenden Handbuchs. Es präsentiert eine der detailliertesten Sammlungen von Fallbeispielen und wertet diese im Hinblick auf die Vorbereitung, Durchführung und Implementierung von Vereinbarungen aus.

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Ausgewählte Berghof-Publikationen

Veröffentlichungen unserer Partner

  • Supporting a  national dialogue. Dilemmas & options for third parties. Jonathan Harlander. MEDIATION PRACTICE SERIES No. 6. (Dec. 2016) >
  • National Dialogue and Legitimate Change. H. Siebert. Accord >
  • Yemen - National Dialogue Conferene: Managing Peaceful Change? A. Saif Hassan. Accord >