Aktuelle Kriege im Unterricht

Das Thema „Aktuelle Kriege“ hat in den Schulen eine neue Dimension direkter Betroffenheit erreicht. Krieg wird nicht mehr nur über Medien vermittelt, sondern eine wachsende Zahl von Schülerinnen und Schülern ist aus Kriegsregionen geflüchtet und/oder hat Verwandte dort. Andere sind mit Krieg konfrontiert, weil Eltern oder Verwandte als Soldaten oder zivile Fachkräfte in Kriegsregionen Dienst leisten. Lehrer sehen sich vor die Herausforderung gestellt, die heterogenen Vorerfahrungen im Unterricht aufzugreifen.

Das Projekt entwickelt Lernmodule, damit Lehrerinnen und Lehrern das Thema sensibel und schülergerecht bearbeiten können. Ausgangspunkt sind authentische Berichte und Meinungen von Schülern, wie sie aktuelle Kriege erleben und wahrnehmen. Dazu werden Interviews durchgeführt. Diese persönlichen Sichtweisen werden durch Hintergrundinformationen ergänzt und didaktisch für den Einsatz im Unterricht aufbereitet. Dabei geht es auch um die Frage, was man heute gegen Krieg und für Frieden tun kann.

Laufzeit

2014

In einer immer enger vernetzten Welt sind auch Schülerinnen und Schüler in Deutschland, direkt oder indirekt, von weltweit stattfindenden Kriegen und deren Folgen betroffen. Viele von ihnen haben Verwandte oder Freunde mit Kriegserfahrung. Eine wachsende Zahl ist selbst aus Kriegsregionen nach Deutschland geflüchtet. Für viele Schülerinnen und Schüler ist es aufgrund ihrer emotionalen Betroffenheit, der hohen Komplexität des Themas und der Nachrichtenvielfalt schwierig, die Informationen über aktuelle Kriege weltweit einzuordnen. Je mehr Kinder und Jugendliche direkt betroffen sind, desto dringender ist der Bedarf, aktuelle Kriege und ihre Folgen auch im schulischen Kontext zu behandeln. Bereits bestehende Unterrichtsmaterialien zum globalen Lernen berücksichtigen diese Dimension nur unzureichend.

Ansatz

Ausgangspunkt des Projekts sind authentische Berichte und Meinungen von Kindern und Jugendlichen dazu, wie sie aktuelle Kriege erleben und wahrnehmen. Diese persönlichen Perspektiven werden durch Hintergrundinformationen ergänzt und didaktisch aufbereitet. Aufbauend auf diesem Material werden Lernarrangements entwickelt, die nicht nur Kindern und Jugendlichen helfen, die Ursachen von Krieg und Frieden zu verstehen, sondern auch Lehrkräften dabei unterstützen, aktuelle Kriege auf sensible und schülerorientierter Weise im Unterricht zu behandeln.

Ziele und Ergebnisse

Kinder und Jugendliche verstehen Sachinformationen deutlich besser und nehmen sie auf, wenn über konkrete Situationen und den Alltag von Menschen berichtet wird. Folglich bedarf es anschaulichen Lehrmaterials, das einen persönlichen Zugang und eine aktive Auseinandersetzung mit Kriegsberichten und der eigenen direkten oder indirekten Betroffenheit ermöglicht. Das pädagogische Konzept des Projekts „Aktuelle Kriege als Unterrichtsthema“ nimmt daher Interviews mit Jugendlichen mit Kriegserfahrung als Ausgangspunkt. Das Projekt entwickelt Lernmodule, damit Lehrer das Thema sensibel und schülergerecht bearbeiten können.

Die Ergebnisse werden in einer Broschüre und auf dem Kinderportal www.frieden-fragen.de veröffentlicht.

Partner

Partner des Projekts sind die NGO Brot für die Welt, die Bildungseinrichtung Entwicklungspädagogisches Informationszentrum Reutlingen sowie Schulen im Bundesland Baden-Württemberg.

Förderung

Das Projekt wird von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Mai 2014 – Fachgespräch

Während eines Fachgesprächs mit sechs Expertinnen und Experten aus den Bereichen Schule und globales Lernen (z.B. Brot für die Welt, EPIZ) haben wir den konkreten Bedarf an Unterrichtsmaterialien analysiert. Zudem haben wir eine Beratungsgruppe etabliert.

  • Verena Brenner: Krieg und Flucht im Unterricht. 2014. Tübingen. Educational & Multimedia. Hardcopy >