Erinnerung und Geschichte in Aserbaidschan und Bergkarabach

Dieses Projekt stellt einen ersten Schritt dar, Menschen aus Aserbaidschan und  Bergkarabach in unser regionales Netzwerk zu Erinnerung und Geschichte einzubinden. Ziel dieses Projektes ist die Schaffung von zwei parallel verlaufenden, generationenübergreifenden und geschichtsbezogenen Diskussionsprozessen (Aserbaidschan – Bergkarabach), welche von den herkömmlichen stereotypen Narrativen abweichen.

Wie in Georgien, Abchasien und Südossetien greifen wir auf individuelle biografische Erzählungen zurück, um Reflexion und Diskussion in den jeweiligen Gesellschaften anzuregen. Die Vernetzung der regionalen Partner untereinander, welche im gesamten Südkaukasus mit dieser Methode arbeiten, ist uns für den Aufbau einer nachhaltigen Strukturbildung wichtig.

Laufzeit

2017 - 2018

Der aserisch-armenische Krieg um Bergkarabach sowie die anhaltende Gewaltanwendung seit dem Waffenstillstand von 1994 haben die Beziehungen zwischen den beteiligten Seiten nachhaltig vergiftet.

Die historische Darstellung der Eskalation des Konflikts und des Krieges in den frühen 90ern folgt in der Region oftmals stereotypen Kategorien. Auf beiden Seiten dominieren Narrative, die von „einseitigen Schuldzuweisungen“ und Konkurrenz geprägt sind und  differenzierte  Zwischentöne oder Nuancen vermissen lassen. Die aktuelle Gewaltwirkt sich darauf aus, wie Menschen die oftmals gewaltsame Vergangenheit reflektieren. Ein starker Vertrauensverlust und die Dominanz stereotyper Narrative haben sich zu einem Hindernis entwickelt,  gesellschaftliche Spannungen zu überwinden. Unser Ansatz basiert auf der Annahme, dass eine konstruktive und respektvolle Auseinandersetzung mit den Prozessen der Eskalation und der Gewalterfahrung in den 1990er Jahren möglich ist.

Partner

Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit der georgischen Organisation „Peace Development Center“ und ausgesuchten Fazilitatoren in Aserbaidschan und Bergkarabach.

Förderung

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt finanziert.

Biografische Interviews & Diskussions-Workshops

Vor Ort führen wir biografische Interviews mit Zeitzeugen der Konflikte durch. In diesen Interviews stehen persönliche Erlebnisse der Betroffen im Vordergrund. Die Interviews dienen als Basis für die von uns durchgeführten lokalen Diskussions-Workshops in denen die Teilnehmenden, inspiriert durch das Interview, eigene Erlebnisse diskutieren und reflektieren.