Erweiterter Austausch - Gäste aus Georgien im Biographischen Salon

Anfang März wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Biographischen Salons aufgeschlagen: Erstmals wurden zwei Gäste aus Georgien im Salon empfangen und teilten ihre Erfahrungen. „Wir sind glücklich, dass sich der Raum für einen tieferen und breiteren Austausch über die Vergangenheit und ihre Bedeutung für die aktuellen Lebensbedingungen erweitert“ kommentierte Programm-Direktor Oliver Wolleh diese Entwicklung.

Am 1. März war Professor Natalia Lazba von der Batumi State University unser Gast im Abend-Salon. Natalia ist abchasischer Abstammung (Makhadzhirstvo) und lebt in der Autonomen Republik Adjara, Georgien. Wie üblich führte unsere Moderatorin Mramza Dzhikirba durch das Gespräch, welches die Beziehungen der ethnischen Gruppen in Adjara vor und nach dem Krieg thematisierte.

Am nächsten Tag durften wir unsere Koordinatorin für das Geschichtsdialogprojekt Rusiko Marschania begrüßen. Nach dem Krieg war Rusiko gezwungen, Abchasien zusammen mit ihrem georgischen Ehemann und den Kindern zu verlassen. Im Gespräch mit TV Moderatorin Liana Ebzhnou teilte Rusiko ihre Erinnerungen über ihr Leben in Abchasien vor dem Krieg, wie sie Abchasien verlassen musste, sich ein neues Leben in Georgien aufbaute und wie sie die Beziehungen zu ihrer in Abchasien lebenden Familie wiederherstellen konnte. Die Veranstaltung wurde für den abchasischen Fernsehsender Abaza TV aufgezeichnet.

Die Bereitschaft und Offenheit unserer Gäste, Partner und des Publikums machten es möglich, eine neue Ebene zu erschließen und neue, breitere Themen in die offiziellen Diskurse des abchasischen Kriegsgedenkens aufzunehmen. Wir freuen uns auf weitere neue Entwicklungen!