Stärkung einer Kultur der Toleranz in Jordanien

Extremismus und Radikalisierung können nicht allein durch Sicherheitsmaßnahmen bekämpft werden. Darüber sind sich Fachleute und politische Entscheidungsträger weitgehend einig. Wie in vielen arabischen Ländern ist man auch in Jordanien über die zunehmende Sympathie, insbesondere junger Menschen, für extremistische Ideologien und Gruppen besorgt. Zur Unterstützung von Maßnahmen zur Bekämpfung von extremistischen Tendenzen in Jordanien hat die Berghof Foundation, in enger Zusammenarbeit mit ihrem jordanischen Partner, das Projekt "Strengthening the Culture of Tolerance" lanciert. Durch Aufklärungsarbeit und langfristige Präventionsmaßnahmen will das Projekt dazu beitragen, die Entwicklung und Ausbreitung von extremistischen Ideen unter jungen Studierenden zu verringern. Dabei verfolgt das Projekt einen zweifachen Ansatz: Zum einen wird eine Expertengruppe ins Leben gerufen, die eine konstruktive Diskussion über die Ursachen für Extremismus unter Jugendlichen anregen und präventive Maßnahmen erarbeiten soll. Zum anderen will das Projekt einen aktiven Austausch mit jungen Menschen ermöglichen, um mehr über deren Einstellungen zu Extremismus zu erfahren und für mehr Toleranz und Pluralismus zu werben.

Laufzeit

2015 - 2017

Konfliktlage

Auch in Jordanien inspirierten die Proteste des Arabischen Frühlings die Menschen auf die Straßen zu gehen und politische Forderungen zu artikulieren. Allerdings beendeten die gewaltsamen Umbrüche in den Nachbarländern Syrien und Irak den "Jordanischen Frühling" relativ bald. Zwar konnte die Regierung den politischen Ansturm anhaltender Proteste erfolgreich abwehren - und politische wie soziale Stabilität wiederherstellen, allerdings verdeutlichen die nachfolgenden Entwicklungen zahlreiche Konflikte, die unter der "stabilen" Oberfläche brodeln. Indem sich die wirtschaftliche Situation Jordaniens, und damit die Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung, zunehmend verschlechtern, steigt nicht nur die Unzufriedenheit und die Wahrscheinlichkeit öffentlicher Proteste- zudem bildet sich ein fruchtbarer Boden für Extremismus und Radikalisierung.

Um junge Menschen maßgeblich in die Prävention und Bekämpfung von Gewalt und Extremismus einzubinden, hat die jordanische Regierung im August 2015 das Globale Forum für Jugend, Frieden und Sicherheit in Amman ausgerichtet. Die von den Teilnehmenden erarbeitete "Amman Youth Declaration" beschreibt Ahmad Alhendawi, Gesandter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Jugend, als eine herausragende Roadmap zur Integration von Jugendlichen im Kampf gegen den gewaltbereiten Extremismus.

Die Berghof Foundation unterstützt diese jordanischen Bemühungen. In enger Zusammenarbeit mit ihrem jordanischen Partnern, der "Jordanian Society for Democratic Enabling", hat die Berghof Foundation das Projekt "Strengthening the Culture of Tolerance" ins Leben gerufen.

Ansatz

Durch Aufklärungsarbeit und langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen will das Projekt dazu beitragen, die Entwicklung und Ausbreitung von extremistischen Ideen unter jungen Studierenden in Jordanien abzuschwächen. Das Projekt baut auf unterschiedlichen Pfeiler auf:

  • Beratende Expertengruppe: Mit der Gründung einer beratenden Expertengruppe schafft das Projekt eine Plattform, in der sich Experten mit unterschiedlichem beruflichen, sozialen und religiösen Hintergrund austauschen, die Ursachen für Extremismus diskutieren und Empfehlungen für Präventions- und Bekämpfungsprogramme entwickeln können.
  • Diskussionen und Fokusgruppen: Mit dem Ziel, von jungen Menschen zu lernen und auf die vorhandenen Kapazitäten aufzubauen, will das Projekt jungen Menschen eine aktive Rolle in diesem Prozess zuteilen. In den geplanten Diskussionen und Fokusgruppen in den verschiedenen Regionen des Landes werden junge Menschen aufgefordert, ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit den Experten zu teilen.
  • Youth Network Teams: Der Aufbau von Jugendnetzwerken soll junge Menschen unterstützen, ihre Präventionsaktivitäten zu implementieren. Zum Aufbau gehören auch die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern und die Ausbildung von Studierenden.

Ziele und Ergebnisse

Ziel ist die Stärkung der inter- und intra-religiösen Toleranz und des Pluralismus in Jordanien. Dafür unterstützt das Projekt die Entwicklung von neuen und gewaltfreien Ansätzen, um das Phänomen des Extremismus unter Jugendlichen anzugehen.

Das Projekt liefert folgende Ergebnisse:

  • Eine solide Bewertung der Ursachen und Gründe für die Motivation junger Menschen in Jordanien extremistische Ideen zu unterstützen.
  • Mapping der bestehenden Programme und Projekte zur Bekämpfung von Extremismus und Radikalisierung in Jordanien.
  • Curricula für die Ausbildung von Trainerinnen und Trainer sowie Studierenden. · Maßnahmen zur Bekämpfung extremistischer Ideen und der Entwicklung langfristiger Präventionsprogramme zur Stärkung von (religiöser) Toleranz und Pluralismus.
  • Aufbau von Jugendnetzwerkteams als Plattform für den Austausch zwischen Jugendlichen.

 

 

Partner

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit unserem jordanischen Partner, der Jordanian Society for Democratic Enabling, durchgeführt.

Förderung

Unsere Aktivitäten werden von der Botschaft der Niederlande in Amman und dem niederländischen Außenministerium finanziert.