Unterstützung zur nachhaltigen Lösung des Konflikts im Südsudan

Das Projekt „Südsudan: Unterstützung zur nachhaltigen Lösung des Konflikts“ zielt auf einen friedvollen und nachhaltigen Transitionsprozess im Südsudan, bei dem die regionale, die nationale und die lokale Ebene gleichermaßen einbezogen werden. In der Vergangenheit konzentrierten sich Friedensabkommen auf die nationalen Akteure und sie bezogen lokale Interessenvertreter nicht ausreichend ein. Die Initiative der Berghof Foundation für den Südsudan kooperiert mit anderen Schlüsselakteuren wie der Afrikanischen Union und wichtigen Organisationen der Zivilgesellschaft, um ein alle Ebenen umfassendes Abkommen zu unterstützen.

Zeitrahmen 

2017 - 2019

Konflikt 

Der Südsudan hat seit über einem halben Jahrhundert verschiedene Stadien politischen Konflikts durchlebt. Zwar gab es gelegentlich kurze Phasen relativen Friedens, doch auch diese waren stets von lokaler Gewalt und Aufständen gegen die Regierung unterbrochen. Das Comprehensive Peace Agreement von 2005 sollte die Basis für einen stabileren Frieden schaffen. Doch nachdem der Südsudan 2011 für die Unabhängigkeit gestimmt hatte, kamen interne Spaltungen innerhalb der SPLM-Regierung an die Oberfläche, die im Dezember 2013 im Ausbruch eines erneuten Bürgerkriegs gipfelten.

Der Krieg sprang schnell auf den ländlichen Raum über, wo die Konfliktparteien ethnische Unterschiede und lokale Missstände instrumentalisierten, um die Unterstützung der Bevölkerung im Kampf gegeneinander zu mobilisieren. Mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens „Agreement on the Resolution of Conflict in the Republic of South Sudan“ (ARCSS) im August 2015 kehrten die politischen Eliten in eine Regierung der Nationalen Einheit zurück. Dennoch brachen im Juli 2016 neuerliche Kämpfe in Juba aus. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Menschen im Südsudan, die nicht unter den Auswirkungen des Bürgerkriegs leiden müssen. Die UN warnt bereits vor den Anzeichen für einen drohenden Völkermord und die Wirtschaft steht kurz vor einer Hyperinflation. Hinzu kommt die akute Hungernot, hinsichtlich Ausmaß und Folgen die schlimmste ihrer Art seit sechs Jahren. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind bereits 1,6 Millionen Menschen vor den katastrophalen Umständen im Land geflüchtet.

Ansatz und Themen

Die komplexen Dynamiken zwischen und innerhalb der Interessengruppen benötigen einen mehrschichtigen Ansatz, der die Schlüsselakteure auf allen Ebenen einbezieht. Diese Aufgabe ist nur durch sorgfältige Koordinierung mit Partnern auf allen drei Ebenen zu erreichen. Außerdem sind die vom Konflikt am meisten betroffenen, oft marginalisierten, Akteure zu berücksichtigen, um einen holistischen Ansatz zu ermöglichen.

Ziele und Wirkung

Das Hauptziel des Projekts ist es, Wege und Mittel zur Verminderung der Gewalt und zur Verbesserung des humanitären Zugangs im Südsudan zu finden, damit die dringendsten Bedürfnisse der Menschen befriedigt werden können. Auf diese anfängliche Wirkung aufbauend wird das Projekt darauf abzielen, eine nachhaltige, friedvolle Lösung für den Konflikt durch einen umfassenden politischen Prozess, der alle Schlüsselakteure einbezieht, zu unterstützen.

Hauptakteure

  • südsudanesische Regierung
  • politische Opposition
  • bewaffnete Opposition
  • Zivilgesellschaft

Partner

Das Projekt wird in Partnerschaft mit dem Mediation Support Unit der Afrikanischen Union durchgeführt, um die Arbeit des Hohen Vertreters des Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union im Südsudan zu unterstützen. Das Projekt wird außerdem mit lokalen zivilgesellschaftlichen Akteuren im Südsudan zusammenarbeiten.

Förderung

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt finanziert.