Südostasien

Die dynamische Entwicklung der südostasiatischen Ökonomien und Gesellschaften ging in den letzten Jahrzehnten einher mit einer Vielzahl gewaltsamer Auseinandersetzungen. Etliche dieser Konflikte wurzeln in den fundamentalen Veränderungen durch Modernisierung und Industrialisierung, andere in der Vielfalt ethnischer Identitäten und den konkurrierenden Ansprüchen politischer Selbstbestimmung. Systemische und indigene Ansätze sind am besten dazu geeignet, diese Konflikte friedlich zu transformieren. Unsere Arbeit ist deshalb vorrangig darauf ausgerichtet, einheimische Friedensakteure, Personen, die sich in Mediations- und Dialogprozessen engagieren, sowie Angehörige aller Konfliktparteien, die gewaltfreie Wege zur Konfliktregelung anstreben, zu unterstützen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Etablierung und Begleitung von nachhaltigen Initiativen und Infrastrukturen der Friedensförderung.

Laufende Projekte

  • Thailand: Die „Insider Peacebuilders’ Platform“
    Die Plattform der Insider Peacebuilders (IPP) umfasst Thai-Buddhisten, Thai-Chinesen und Malay-Muslime sowie Personen mit sehr unterschiedlichen parteipolitischen Einstellungen und Berufen. Allen ist an einer friedlichen Regelung des Konflikts in den drei südlichsten Provinzen Thailands bzw. in Pat(t)ani gelegen. mehr >
  • Thailand: „People’s College“
    Die Initiative für dieses Projekt ging von einer Gruppe junger malay-muslimischer Friedensaktivisten aus, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern und für einen friedlichen Wandel in der Region einsetzen wollten. mehr >

Weitere Aktivitäten

Das Südostasienprogramm der Berghof Foundation begann ursprünglich in Südasien, in Sri Lanka, dessen Geschichte eng mit derjenigen Thailands und Myanmars verknüpft ist. Alle drei Länder sind mehrheitlich vom Theravada-Buddhismus geprägt und haben eine lange Geschichte subnationaler Konflikte. Von 2001 bis 2006 war die Berghof Foundation engagiert, den Friedensprozess in Sri Lanka im Rahmen eines Ressourcen-Netzwerkes für Konfliktstudien und Transformation (RNCST) zu unterstützen. Tragischerweise missglückte dieser Versuch einer friedlichen Verständigung. Eine der Lehren daraus war, das Schwergewicht unserer Arbeit auf die Stärkung einheimischer, regionaler und lokaler Strukturen und Kapazitäten zu richten.

In Zusammenarbeit mit anderen Partnern in Asien sind wir an einem vergleichenden Aktionsforschungsprojekt zu den Ansätzen, Strategien und Aktivitäten von Insider Peacebuilders und Insider Mediators beteiligt (siehe Regierungsführung und Insider Peacebuilders). Es basiert auf der Beobachtung, dass dieser Gruppe von Akteuren in Asien eine besondere Bedeutung zukommt, weil es in der Region eine ausgeprägte Skepsis bzw. Ablehnung gegen die „Einmischung in innere Angelegenheiten“ gibt.

Abgeschlossene Projekte

  • Sri Lanka: Ressourcen-Netzwerk für Konfliktstudien mehr >
  • Indien & Europa: Kulturen der Regierungsführung mehr >

Aus anderen Programmen

  • Regierungsführung und Insider Peacebuilders mehr >
  • Afghanistan: Patronage und Korruption mehr >

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Norbert Ropers: Insider Mediation as a Tool of Collaborative Security. Trends, Discourses and Insights from Asia. 2012. In: International Studies 49 (3 & 4), 1–17.
  • Norbert Ropers: Systemic Conflict Transformation. Reflections of the Conflict and Peace Process in Sri Lanka. 2008. Handbook Dialogue Series No. 6 - lead article. PDF >
  • Daniela Körppen, Norbert Ropers & Hans J. Giessmann (Eds.): The Non-linearity of Peace Processes. Theory and Practice of Systemic Conflict Transformation. 2011. Opladen & Farmington Hills: Barbara Budrich Publishers. Book >