Bericht der 2. Akteurskonferenz zu Burundi erschienen

14.06.2016

Im März fand in Freiburg die 2. Burundi-Akteurskonferenz statt, die, ebenso wie die anschließende wissenschaftliche Tagung zum aktuellen Forschungsstand, von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg und dem Arnold Bergsträsser Institut organisiert wurde. Eine Dokumentation beider Veranstaltungen liegt nun vor.

Bericht, 2. Akteurskonferenz zu Burundi (PDF) >  

Die Konferenz brachte Fachleute und Entscheidungsträger aus Politik, Zivilgesellschaft, kirchlichen Trägern und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Angesichts der aktuellen Situation in Burundi beschäftigte sich ein Policy Panel mit möglichen Handlungsoptionen. Neben Barbara Kemper, Senior Project Managerin der Berghof Foundation (und bis 2015 Programmkoordinatorin des Zivilen Friedensdienstes der GIZ in Burundi), saßen auf dem Podium: Georg Schmidt (Regionalbeauftragter Subsahara-Afrika und Sahel des Auswärtiges Amtes), Paul Seger (Schweizer Botschafter in Myanmar und ehemaliger Vorsitzender der Peacebuilding Kommission der Vereinten Nationen zu Burundi), Sylvia Servaes (Beraterin für Friedens- und Menschenrechtsarbeit im ostzentralafrikanischen Seengebiet und Vertreterin von Misereor in der kirchlichen Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt).

Das Panel kam im Wesentlichen zu dem Ergebnis, dass der internationale Druck auf die Regierenden und Konfliktakteure aufrecht zu erhalten und ein möglichst inklusiver Dialog zu fördern sei. Aufgrund der begrenzten Einflussmöglichkeiten westlicher Akteure, müssten diese im Dialog mit nicht-westlichen Staaten wie China und Russland bleiben. Ferner komme insbesondere der AU und EAC als regionale Kräfte eine wichtige friedensfördernde Rolle zur Lösung des aktuellen burundischen Konflikts zu. Diese Organisationen müssten daher unterstützt werden, aber besonders auch die um Frieden bemühten Kräfte im Land sowie in der Diaspora, um friedensfördernde Entwicklungen von innen heraus zu fördern. Angesichts der  Entwicklungen seit den Wahlen 2015 stelle sich zudem die Frage, ob eine grundsätzliche Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit mit Burundi nötig sei. Hierbei wurde auch die Rolle von Wahlen kritisch beleuchtet, da in der Vergangenheit Gewaltzyklen bereits häufiger mit Wahlen in Burundi in Zusammenhang gestanden hätten. Einigkeit bestand dahingehend, dass Wahlen einen wesentlichen Eckpfeiler für Demokratisierungsprozesse darstellen. Allerdings müsse  eine nachhaltige und kontinuierliche Vor- wie Nachbereitung von Wahlprozessen stattfinden. Dem werde in der Praxis oft nicht genüge getan. In Zeiten aktueller gewaltsamer Konflikte müssten zudem andere Maßnahmen wie Vertrauensbildung, Deeskalation sowie die Arbeit an den der Instabilität zugrundeliegenden Konfliktfaktoren zunächst im Vordergrund stehen.

Weitere Informationen siehe: Bericht der 2. Akteurskonferenz >