Die Rolle von religiösen Institutionen zur Förderung von Dialog- und Friedensprozessen

26.05.2017

Zu diesem Thema veranstaltete die Berghof Foundation, zusammen mit Dar al-Fatwa, der religiösen Institution zur Vertretung der Sunniten im Libanon eine zweitägige Konferenz in Beirut (18. bis 19. April 2017). Neben den Großmuftis aus Libanon, Ägypten und Jordanien sowie Vertretern der Al-Azhar Universität nahmen über 200 Personen, insbesondere Botschafter, Minister, Parlamentarier, religiöse Würdenträger sowie Vertreter und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft an der Veranstaltung in den Räumlichkeiten von Dar al-Fatwa teil.

Unter dem Titel "Die Rolle Religiöser Institutionen in der Förderung von Dialog- und Friedensprozessen" diskutierten die Teilnehmenden über die Bedeutung inner- und intrareligiösen Dialogs, im Libanon und auf regionaler Ebene, für die Stärkung von Toleranz, Stabilität und Frieden in Zeiten zunehmender Radikalisierung. Dadurch könne ein gemeinsames Zeichen für Toleranz und Besonnenheit in der Arabischen Welt gesetzt werden. Um die Bemühungen um Frieden und Sicherheit in der Region aufeinander abzustimmen und gegenseitig zu ergänzen, gelte es, den regelmäßigen Austausch sowohl zwischen sunnitischen Würdenträgern untereinander als auch zwischen religiösen Autoritäten und politischen Entscheidungsträgern auszubauen.

In der Diskussion gingen die Podiumsteilnehmenden auf die Schlüsselrolle ein, die religiöse Autoritäten dabei spielen können, ein friedliches Miteinander zu ermöglichen und zu fördern. Zudem betonten sie die Bedeutung von innerreligiösen Reformprozessen und Ansätzen, um zunehmende Radikalisierung in fragilen Gesellschaften zu verhindern. Die Sprecher betonten, dass zur Sicherung des Friedens in der Region, Menschenrechte und Grundwerte des friedlichen Miteinanders innerhalb der Gesellschaft ebenso wie in den einzelnen religiösen Gemeinschaften gefördert werden müssten. Gleichzeitig sollten religiöse Institutionen ihre Anstrengungen verstärken, Religionsunterricht, religiöse Erziehung und die Ausbildung von Imamen zu reformieren. Hierbei sollten mehr Raum für Austausch und Dialog gegeben werden und die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren ausgebaut werden.

Die Konferenz führte zu drei wichtigen Ergebnissen: (1) die Vertreter der anwesenden religiösen Institutionen stellten Reformen der religiösen Erziehung, des Religionsunterrichts und der -lehrerausbildung als ein wichtiges Mittel zur Prävention radikaler Ideologien und zur Verbreitung von Botschaften des Friedens in den Vordergrund. (2) Religiöse Institutionen müssen in Friedens- und Dialogprozesse in der Region eingebunden werden und sich aktiv dafür einsetzen, das Potential von religiösen Autoritäten zur Förderung von Frieden und Dialog zu entfalten. (3) Die Prävention und Bekämpfung von gewaltsamem Extremismus ist ein gemeinsames internationales Problem, zu dessen Überwindung es individueller und koordinierter Anstrengungen von verschiedenen Ländern, Religionen und Institutionen bedarf.

Die Bedeutung des Themas spiegelt sich auch in dem großen Medieninteresse und einer umfassenden Berichterstattung wider. Hier eine Auswahl von Artikeln, die über die Konferenz verfasst wurden.

Libanon:

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