Dritter georgisch-abchasisch-südossetischer Trialog zu Geschichte und Erinnerung

08.06.2016

Was haben Menschen während der Kriege in Georgien, Südossetien und Abchasien erlebt? Was bedeutet es, im Krieg seine Menschlichkeit zu behalten oder zu verlieren? Wie verhält sich das Leiden der verschiedenen Kriegsparteien zueinander und wie kann man darüber in angemessener Weise sprechen, ohne einander zu verletzen? Diese und andere Fragen wurden vom 28. – 31. Mai 2016 beim dritten georgisch-abchasisch-südossetischen Trialog über Geschichte und Erinnerung diskutiert. Auf der Suche nach integrativen Praktiken und Diskursen des Gedenkens, die das Geschehen in angemessener Weise beschreiben und die Opfer aller Seiten würdigen, kamen Angehörige der Gefallenen, ehemalige Kämpfer und junge Leute in Erevan, Armenien zusammen. Die Anwesenden berieten auch über Strategien, um ihre eigenen  Autoritäten zu friedensfördernden Gedenkpraktiken zu motivieren. Das Erleben der Zeitzeugen, ihre Erfahrungen und Überlegungen standen dabei im Mittelpunkt. Ziel der dreiseitigen Gespräche war es auch, voneinander zu lernen, wie sich traumatische Kriegserinnerungen überwinden lassen und neues Vertrauen aufzubauen. Zu den während des Treffens gemeinsam formulierten Visionen gehört, die Kommunikation über die Massenmedien zu erweitern und für alle Bürger der Konfliktregionen einen direkteren Austausch zu diesen Themen zu ermöglichen.

Das Treffen wurde von Oliver Wolleh und Andrea Zemskov-Züge fazilitiert und vom Auswärtigen Amt finanziert.