“Friedliche Koexistenz? Traditionelle und nicht-traditionelle Mechanismen der Konfliktlösung”

11.05.2017

Der komparative Forschungsbericht des von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) geförderten Projekts ist jetzt online verfügbar (auf Englisch). Aufbauend auf Fallstudien aus Kolumbien (La Guajira), Liberia (Monrovia und Bong County) und Nordostindien (Meghalaya) beschäftigte sich das Projekt mit den Formen der Koexistenz von  traditionellen (indigenen, lokalen, gemeindebasierten usw.) und nicht-traditionellen (importierten, liberalen, staatsbasierten usw.) Ansätzen der Konfliktbearbeitung und den Konsequenzen, die unterschiedliche Interaktionsmuster zwischen diesen Ansätzen für die Konfliktlösung haben.

Der Abschlussbericht stellt unterschiedliche Formen der Koexistenz (z.B. Institutionalisierung, selektive Integration, und beidseitig erwünschte Intervention, usw.) zwischen traditionellen und nicht-traditionellen Konfliktlösungsmechanismen vor und analysiert welche Faktoren zu diesen unterschiedlichen Formen geführt haben. Die Autoren stellen fest, dass die Koexistenz verschiedener Konfliktlösungsansätze Spannungen und Kompetenzkämpfe hervorrufen, und damit Konfliktlösungsversuche behindern oder Konflikte sogar verstärken kann. Auf der anderen Hand kann sich das Vorhandensein verschiedener Konfliktlösungsansätze jedoch auch positiv auswirken, zum Beispiel durch den verbesserten Zugang der Bürger zu Justiz und weitere Konfliktlösungsoptionen. Damit sich diese positiven Wirkungen entfalten können, machen die Autoren unter anderem folgende Voraussetzungen aus: das Vorhandensein und die Einhaltung von Prinzipien und Regeln für die Koexistenz und eine klare Kompetenzaufteilung. Abschließend formuliert der Bericht konkrete Empfehlungen, um ein konstruktives Neben- und Miteinander unterschiedlicher Konfliktlösungsansätze zu unterstützen und zu stärken, z.B. die Kenntnisse der Bevölkerung über unterschiedliche Konfliktlösungsansätze zu stärken, für eine klare Kompetenzverteilung zu sorgen, und die Normen und Praktiken zu stärken, die die Interaktion  unterschiedlicher Mechanismen und Akteure regeln.

Abschlussbericht (Download) >