Handbook Dialogue: “Transforming War Related Identities”

07.12.2015

Die Frage, wie Kriegserinnerungen und damit verbundene Gewalterfahrungen verarbeitet werden, ist zentral für den Aufbau gesellschaftlicher Beziehungen. Wo berühren sich die unterschiedlichen (individuellen und kollektiven) Prozesse der Aufarbeitung und wie vollzieht sich die Ausformung von Identitäten? Welche trans-generationellen Auswirkungen zeitigen Gewalterfahrungen? Wie können die Bedürfnisse der Opfer in angemessener Weise berücksichtigt werden und wie adressiert man kollektive (politische) Opferidentitäten in Nachkriegsgesellschaften?

Diese Fragen werden von Forschern und Praktikerinnen, Friedensaktivisten, Psychologen und Sozialwissenschaftlerinnen im Berghof Handbook Dialogue 11 (ed. by Beatrix Austin & Martina Fischer) diskutiert.

Folgende Beiträge sind nun auf unserer website erhältlich:

Brandon Hamber stellt in seinem Leitartikel verschiedene Strategien des Umgangs mit  schmerzhaften Erinnerungen vor und analysiert, wie sich die unterschiedlichen Dimensionen  (interpersonelle and Inter-Gruppenbeziehungen, individuelle und kollektive Erinnerungen und Identitätsmuster zu einander verhalten. Der Artikel gründet sich u.a. auf Erfahrungen in Südafrika und Nordirland, wo Hamber das International Conflict Research Institute (INCORE) an der Ulster University leitet. Wir baten scholar-practitioners aus anderen Kontexten, zu seinen Gedanken Stellung zu nehmen. Olivera Simić (Griffith University, Brisbane) und David Becker (Free University, Berlin) stellen ihre Erfahrungen in der Arbeit mit Traumatisierten bzw. eigene Strategien im Umgang mit Kriegsgewalt vor und führen Beispiele aus der Vergangenheitsarbeit in der Balkanregion (Bosnien) an. Andrea Zemskov-Züge (Berghof Foundation) reflektiert ihre Erfahrungen in der Friedensarbeit im Kaukasus (Georgien/Abchasien). Undine Whandes Text setzt sich mit der Entwicklung in Südafrika auseinander und nimmt gleichzeitig deutsche Erfahrungen aus der Bewältigung der Folgen des 2. Weltkriegs in den Blick.

Eine gedruckte Ausgabe des Handbook Dialogue 11 wird folgen.