„Menschen im Krieg – Menschen gegen Krieg“: Bilderset für Friedensbildung in Schulen veröffentlicht

16.07.2020

Friedensbildung in Schulen zu stärken ist seit Herbst 2014 das erklärte Ziel in Baden-Württemberg. Insgesamt 17 Organisationen aus dem Bereich der Friedensbewegung und Friedenspädagogik unterzeichneten damals zusammen mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Friedensbildung in baden-württembergischen Schulen. Es folgte die Gründung der Servicestelle Friedensbildung, die Schulen dabei unterstützt, Friedenserziehung in den Lehrplänen und im Schulalltag umzusetzen.

Auf der Website der Servicestelle finden Schulen Beratung und Informationen zum Thema und können sich mit Organisationen, Vereinen und Institutionen aus dem Bereich der Friedensbildung vernetzen. Seit 2016 wird Friedensbildung – neben kultureller Bildung und Demokratieerziehung – im baden-württembergischen Bildungsplan als eins von drei Feldern genannt, die miteinander vernetzt unterrichtet werden sollen. Die Berghof Foundation ist neben der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und dem Kultusministerium einer der Träger der Servicestelle.

„Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“

Das gilt in der politischen Bildung ebenso wie in der journalistischen Berichterstattung oder auch in der Werbung. Worauf soll aufmerksam gemacht werden? Was wird gezeigt und was wird bewusst nicht gezeigt? Die Servicestelle Friedensbildung hat jetzt ein neues Lernmedium für den Einsatz im schulischen wie außerschulischen Unterricht entwickelt, das Bilder nutzt, um mit Kindern und Jugendlichen über die Themen Frieden, Krieg und Konflikt zu sprechen.

Das Bilderset „Menschen im Krieg – Menschen gegen Krieg“ enthält 40 nach friedenspädagogischen Kriterien ausgewählte Fotos. Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass Menschen im Krieg nicht als wehrlose Opfer, sondern als handlungsfähige Akteur*innen dargestellt werden, die sich für Frieden engagieren. Die Bilder zeigen, dass Frieden nicht nur eine Sache von Diplomat*innen und Politiker*innen in Verhandlungsrunden ist, sondern eine Aufgabe für alle Menschen in ihrem jeweiligen Alltag.

Durch Fotos können sich Kinder und Jugendliche niederschwellig konkreten Krisen und Konflikten nähern. Über die Beschreibung, Auswahl und Analyse von Bildern können sie über Kriegsfolgen und über die Motive nachdenken, die Menschen dazu bewegen sich an Kriegen zu beteiligen. Sie können über die Sorgen und Hoffnungen dieser Menschen reflektieren und Ideen entwickeln, wie Kriege verhindert werden können und wie Frieden vorbereitet und erhalten werden kann. Das Bilderset kann auch in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden.

Begleitet werden die Fotos von didaktischen Anregungen und Hinweisen, die fächer-, klassenstufen- und schulartübergreifend an den Bildungsplan und den für alle Schulen in Baden-Württemberg verbindlichen „Leitfaden Demokratiebildung“ angepasst sind.

Das Bilderset wird von der Servicestelle Friedensbildung in Zusammenarbeit mit Zeitenspiegel Reportagen herausgegeben und kann im Webshop der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg bestellt werden.

Es hilft dabei, friedenspädagogische Inhalte und Methoden im Unterricht an deutschen Schulen weiter zu verankern. Baden-Württembergs Initiative, Friedensbildung auf den Lehrplan zu setzten, kann hier Vorbild für andere (Bundes-) Länder sein.