Neues Berghof-Projekt in Nordost-Afghanistan

30.04.2014

Im April 2014 startete das neue Projekt „Patronage und Korruption in Afghanistan“. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Es untersucht Unterschiede in Form und Ausmaß von Korruption und wie sich diese Unterschiede in Regierungsleistungen („Governance-Outputs“) manifestieren.

In diesem Projekt beabsichtigen wir, Unterschiede in Form und Häufigkeit von Korruption auf der Ebene eines afghanischen Distrikts zu messen, zu beschreiben und zu erklären. Wir verwenden hierfür einen methodischen Ansatz, in dem sowohl qualitative als auch quantitative Techniken zum Einsatz kommen. Unserer Vermutung nach entstehen die oben genannten Differenzen durch unterschiedliche Konstellationen von informellen lokalen Institutionen. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die spezifische Ausprägung der Patronage sowie die Qualität und Funktionalität von den Graswurzel-Sektor repräsentierenden Entwicklungsräten („CDC-Shuras“).

Das Projekt sucht Antworten auf die zentrale Frage, wie Korruption in Konflikt- und Post-Konflikt-Kontexten bekämpft werden kann, ohne einen noch zerbrechlichen Friedensprozess zu gefährden.

Unsere wichtigsten Kooperationspartner sind Michael Daxner und Jan Koehler vom SFB 700s C9-Projekt (Impact of Interventions in Afghanistan) und Beatriz Magaloni von der Stanford University (Department of Political Science and Senior Fellow at the Freeman Spogli Institute for International Studies). Unser Partner in Afghanistan ist die Afghan Human Rights Research and Advocacy Organization (AHRRAO), Think Tank und NGO aus Masar-e Scharif.