Neues Forschungsprojekt

29.11.2017

Nach Angaben des Uppsala Conflict Data Programme lassen sich 25 von 45 der 2015 an innerstaatlichen gewaltsamen Konflikten beteiligten bewaffneten Gruppierungen dem IS, Al Qaida oder verbündeten Gruppen zuordnen. Diese waren somit für mehr als die Hälfte aller Todesopfer organisierter Gewalt verantwortlich. Charakteristisch für diese Gruppen sind ihre radikale religiöse Ideologie (verwurzelt in salafistischem Islamismus) und die Brutalität ihrer Handlungsmodi.

Versuche, solche terroristischen gewaltsamen Bewegungen militärisch zu zerschlagen, haben sich bisher als weitgehend untauglich erwiesen, was westliche Regierungen antreibt alternative Optionen zum „Krieg gegen den Terrorismus“ zu erkunden. Dazu gehören insbesondere Ansätze, die eine Radikalisierung zu gewalttätigem Extremismus verhindern oder ehemalige Jihadisten rehabilitieren sollen. Allerdings mangelt es an Forschungsergebnissen und einer Debatte zu politischen Optionen im Umgang mit (bereits/noch) radikalisierten Gruppen, insbesondere mit Bezug darauf wie Drittparteien mit diesen kommunizieren oder verhandeln können oder sollen.

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf, Wissen über die Muster, kritischen Punkte und Faktoren der Konflikt (de-)eskalation von radikalislamistischen bewaffneten Gruppierungen zu generieren. Gleichzeitig gilt es herauszuarbeiten, welche Rolle Dialoge von Drittparteien (wie lokalen “Brückenbauern“, humanitären Akteuren oder internationalen Vermittlern) mit den Führern, Mitgliedern oder „Proxies“ dieser Gruppierungen spielen können, um Gewalt zu reduzieren oder Impulse für einen Friedensprozess zu schaffen. Unsere empirische Forschung umfasst drei Feldstudien in Syrien, Somalia und Mali. Das Projekt ist auf einen Zeitraum von November 2017 bis April 2019 angelegt.

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