Peace Counts Akademie im Kaukasus

08.12.2014

Zur viertägigen Peace Counts Akademie der Berghof Foundation in der Kaukasusregion reisten Vertreterinnen und Vertreter lokaler NGOs, Studierende, Lehrkräfte, junge Akademikerinnen und Akademiker und Multiplikatoren aus Abchasien, Armenien und Georgien an. Die Akademie fand vom 19. bis 23. November 2014 in Yerevan, Armenien statt.

Die Kaukasus Region ist seit den gewaltsamen Konflikten zwischen Georgien und Abchasien (1992/93) und zwischen Georgien und Südossetien (2008 ) von Spannungen und dem Streben nach politischer Selbstbestimmung geprägt. Die Kommunikation und Interaktion über die Grenzen hinweg gestaltet sich auch heute noch als schwierig. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Akademie setzen sich in dieser konfliktträchtigen Region für den Dialog zwischen den Generationen und zwischen den Konfliktparteien ein und leisten so einen Beitrag zur Entwicklung einer Kultur des Friedens.

Das Konzept der Akademie baute auf dem 2013 in Yerevan durchgeführten Training of Trainers auf. Im Zentrum standen neben Erfahrungsaustausch und Begegnung inhaltliche und methodische Vertiefungen. Auf Grundlage der Peace Counts Reportagen über erfolgreiche, zivilgesellschaftliche Friedensinitiativen einerseits und ihren persönlichen Erfahrungen als Trainerinnen und Trainer andererseits entwickelten die Teilnehmenden neue Methoden für zukünftige lokale Peace Counts Workshops. Besonders interessant war dabei die Verknüpfung der Reportagen mit Interviews aus dem Dialog Projekt "From Trialogue to Dialogue" welches von der Berghof Foundation seit 2012 im Süd-Kaukasus durchgeführt wird.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sehr motiviert die gemeinsam erarbeiteten Konzeptionen für neue Peace Counts Workshops im kommenden Jahr umzusetzen. Die Leiterin unserer Partnerorganisation "World Without Violence", Dalila Pilia sagte dazu nach Ende der Akademie: "Das ist einfach großartig: Wenn das Projekt weiter gefördert wird, können wir im kommenden Jahr für mehr als 150 Personen Workshops anbieten. Vertreter verschiedener Generationen werden ungeachtet ihrer Probleme und der durchlebten Schwierigkeiten über Friedensförderung und Friedensarbeit reden. Und auch darüber, dass es keine Alternative zu einem stabilen, friedlichen Leben geben kann; nicht in unserer [abchasischen] Gesellschaft und nicht im gesamten Kaukasus."

Durchgeführt wurde die Akademie von Mitarbeiterinnen der Berghof Foundation, Andrea Zemskov-Züge und Dagmar Nolden.

Die Akademie ist Teil des Projekts "Peace Counts on Tour 2014" das vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert wird. Eine vergleichbare Akademieveranstaltung wurde bereits in Nordostindien erfolgreich durchgeführt.