Treffen im georgischen Außenministerium

14.04.2015

© MFA of Georgia

Am 27. März traf Oliver Wolleh, Leiter des Kaukasus-Programms der Berghof Foundation, den ersten stellvertretenden Außenminister Georgiens, Herrn David Dondua, sowie Keti Chumbadze (Beraterin, Politische Abteilung). Oliver Wolleh wurde von führenden Mitgliedern unseres georgischen Teams begleitet: Frau Mariam Naneishvili (Georgisches Ministerium für Sport und Jugendangelegenheiten), Herr Shota Shvelidze und Frau Rusuda Marshania. Frau Naneishvili und Herr Shvelidze waren Teilnehmer des Programms für Fazilitatoren der Berghof Foundation.

Während des eineinhalb stündigen Treffens wurde der Ansatz der Berghof Foundation zu einer möglichen Versöhnung zwischen Georgiern, Abchasen und Südosseten diskutiert. Oliver Wolleh vertrat die Ansicht, dass nachhaltige Friedensbildung nur auf Grundlage der Aufarbeitung der gewaltsamen Konfliktvergangenheit möglich sei. Nur wenn die Ereignisse der Kriege der frühen 1990er Jahre sowie des georgisch-südossetischen Krieges 2008 offen reflektiert und in der georgischen Gesellschaft diskutiert werden, besteht die Hoffnung, dass die georgische Gesellschaft die abchasische und südossetische Gesellschaft erreichen kann. Diese selbstreflektive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bedeutet für alle Beteiligten eine enorme emotionale Herausforderung. Für das Berghof Kaukasus Team und seine Partner in der Region ist dies jedoch der einzig gangbare Weg hin zu einem nachhaltigen Prozess der Normalisierung. 

Oliver Wolleh vertrat ferner die Ansicht, dass heutzutage  der Schmerz, welcher durch die Kriege der Vergangenheit verursacht wurde, von einem nicht unwesentlichen Teil der georgischen  Bevölkerung falsch eingeschätzt werde. Gleichzeitig gebe es in Georgien viele Menschen, die diese Vergangenheit kritisch sehen und ernstzunehmende Gesprächspartner für die Menschen in Südossetien und Abchasien werden könnten.

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