Workshop – Humanitäre Hilfe und die Rolle der syrischen Diaspora

23.08.2016

SyrerInnen aus dem Ausland engagieren sich seit Jahren unermüdlich und auf vielfältige Weisen, um die Not ihrer Landsleute in Syrien und in den Nachbarstaaten zu lindern und die Auswirkungen der humanitären Krise einzudämmen. Sie überweisen Gelder, entsenden Hilfslieferungen, bauen Waisenhäuser, Schulen und Krankenhäuser, stellen Stipendien für Schüler und Studierende bereit und führen Qualifikationsmaßnahmen durch. Der deutlich überwiegende Teil des humanitären Engagements der syrischen Diaspora läuft parallel zur humanitären Hilfe, die vom internationalen humanitären System (d.h. UN-Organisationen und internationale Nichtregierungsorganisationen) für die syrische Bevölkerung zur Verfügung gestellt wird.

Am 8. und 9. August 2016 organisierte die Berghof Stiftung einen zweitägigen Workshop für VertreterInnen von syrischen humanitären Diaspora-Organisationen in Deutschland. Im Zentrum des Workshops stand die Diskussion der übergeordneten Frage, wie eine verbesserte Koordination zwischen Diaspora und lokalen und internationalen humanitären Akteuren zum Wohl der betroffenen Bevölkerung in Syrien und den Nachbarstaaten erreicht werden kann.

Der Workshop bot Raum über die Funktionsweise des internationalen humanitären Systems, die humanitäre Prinzipien und die daraus entstehenden Dilemmata zu diskutieren und sich über Möglichkeiten und Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen zu informieren und auszutauschen. Darüber hinaus sprachen die Teilnehmer über die potentielle Rolle der Diaspora im humanitären System, in den syrischen Nachbarländern, sowie als Brückenbauer zwischen verschiedenen Akteuren. Zuletzt diskutierten die TeilnehmerInnen über Optionen für ein stärkeres Engagement von Diasporaorganisationen in der Versöhnungsarbeit.

Die Veranstaltung war Teil einer Workshop-Reihe der "Diaspora-Nothilfemaßnahmen und Koordination"-Initiative (DEMAC), die humanitäre Diaspora-Organisationen im Kapazitätsaufbau und ihrer Koordination mit dem internationalen humanitären System unterstützt.