Zur Arbeit mit extremistischen Narrativen – Die Berghof Grantees Conference 2016

24.11.2016

In den letzten Jahren hat Gewalt, zu deren Rechtfertigung missbräuchlicherweise auf religiöse Narrative verwiesen wird, sichtbar zugenommen. Was aber wissen wir darüber, wie Organisationen mit mutmaßlich radikalen religiösen Narrativen in formale Verhandlungen einzubinden wären, oder auch wie Peergroup-Initiativen Vorurteile innerhalb religiöser Gemeinschaften abschwächen und Prozesse inklusiver Konflikttransformation unterstützen können?

Die Berghof Grantees Conference 2016 zum Thema Die Einbeziehung von Akteuren mit gewaltbereiten extremistischen Ideologien in Konflikttransformation bot Mitarbeitenden, Stipendiaten und Mitgliedern des Stiftungsrats der Berghof Foundation die Möglichkeit, sich dazu auszutauschen.

Im Mittelpunkt der intensiven und offenen Diskussion standen konkrete Fragen dazu, wie Gruppen mit radikalen religiösen Narrativen in Transformationsprozesse eingebunden werden können und welche möglichen Auswirkungen von den jüngsten Veränderungen in der Weltpolitik - allen voran der neuen US-Regierung ‑ zu erwarten seien. Insbesondere sei es notwendig, die anfangs vertrauliche Arbeit mit kleinen Gruppen zu erweitern und auszubauen. Nicht zuletzt kamen Beispiele, die Anlass zur Hoffnung geben und für die Fortsetzung dieser Art von Arbeit sprechen, zur Sprache.

Die Bedeutung von langfristigem Vertrauen und Zugang, von einem historisch informierten Vorgehen, und der Auswahl von Partnern, die sowohl in ihren Gemeinschaften als glaubwürdig gelten als auch ein authentisches Interesse am Dialogprozess aufzeigen,  gehörte zu den wichtigsten Erkenntnissen der Diskussion. Die Stipendiaten betonten außerdem, wie notwendig eine klare Arbeitsethik sei sowie die Tatsache, dass „Erfolg ohne Scheitern unmöglich ist“.