Peace Education meets Religion

Eine internationale Serie von Workshops und Qualifizierungskursen

Das Projekt „Peace Education meets Religion“ macht sich zur Aufgabe, friedenspädagogische Fähigkeiten und Kompetenzen im formalen und nonformellen Bildungsbereich tätiger religiöser, oder religiös motivierter Multiplikator*innen zu stärken.

Eine internationale Serie von Workshops trägt zur Schärfung von Friedenspädagogik in religiösen Kontexten bei. Grundlage der Workshopserien ist das Manual "Peace Education meets Religion". Gemeinsam mit  Kooperationspartner*innen, die maßgeblich an der inhaltlichen Entwicklung des Manuals beteiligt waren, soll das Manual nun in unterschiedlichen Weltregionen eingeführt, angewendet und gemeinsam kontextspezifisch weiterentwickelt werden.

In den Erprobungskontexten Frankreich und Kamerun sind, neben religösen Komponenten in der jeweiligen Konfliktkonstellationen,  diverse Friedensbemühungen der Religionsgemeinschaften deutlich erkennbar.

Aufgrund der Corona-Pandemie bedingten Reisebeschränkungen und Unsicherheiten bezüglich größerer Präsenzveranstaltungen, werden die für 2020 geplanten Maßnahmen webbasiert umgesetzt werden. Auch für 2021 wird zum aktuellen Zeitpunkt von einer webbasierten Umsetzung ausgegangen.

Laufzeit

2020-2021

Hintergrund

„Es bedarf spezifischer friedenspädagogischer Lernformate- und Materialien für religiöse Kontexte weltweit,“ lautete das Ergebnis des internationalen Workshops „Religion und Friedenspädagogik“ im November 2018. Über drei Tage hatten 20 hochrangige Vertreter*innen verschiedener Religionsgemeinschaften und religiöser Organisationen mit Expert*innen aus dem friedenspädagogischen Bereich der Berghof Foundation Erfahrungen über bewährte Ansätze ausgetauscht. Basierend auf externen Inputs, hatten sie Grenzen, Gemeinsamkeiten und Synergien zwischen Religionen und Friedenpädagogik erörtert und diskutiert. Die gemeinsame Auswertung des Treffens machte, (1) über den eingangs formulierten Bedarf an friedenspädagogischen Lernformaten- und -materialien hinaus, (2) die Relevanz der Kompetenzentwicklung religiöser / religiös motivierter Multiplikator*innen zur Vermittlung friedenspädagogischer Inhalte und Methoden deutlich.

Initiiert hatte den Workshop die Abteilung „Religion und Außenpolitik“ des Auswärtigen Amts, in Rahmen des Vorhabens „Friedensverantwortung der Religionen“.

Diskussionen und Publikationen zeigen, dass die Verknüpfung von Religion und Friedenspädagogik in jüngster Zeit zunehmend Beachtung bei Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen und politischen Entscheidungsträger*innen gefunden hat. Seit vielen Jahren wird in Konferenzen die Bedeutung der Friedenspädagogik für eine nachhaltige Konfliktbearbeitung in religiösen Kontexten und für die Entwicklung von Visionen für ein friedliches Zusammenleben betont. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist die Erklärung der 10. Weltversammlung der Religionen für den Frieden, die im August 2019 veröffentlicht wurde und bekräftigt:

„Wir verpflichten uns, gewalttätige Konflikte zu verhindern, indem wir die Friedenserziehung – von der frühen Kindheit bis zu den Erwachsenen in allen unseren Religionsgemeinschaften – fördern und uns dabei auf gemeinsame Werte, religiöse Bildung und Friedenserzählungen konzentrieren".

Vor diesem Hintergrund wendet sich das entstehende Manual „Peace Education meets Religion“ vor allem an Multiplikator*innen, die das Friedenspotential der Religionen stärken wollen, indem sie interessierte Personen und Gruppen durch Friedenspädagogik inspirieren und qualifizieren. Dies kann auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Kontexten und Settings geschehen.

Ansatz

Im Projekt werden primär webbasierte friedenspädagogische Fortbildungsformate durchgeführt, begleitende Lernmedien entwickelt und virtuelle Dialog- und Begegnungsräume für Multiplikator*innen aus verschiedenen religiösen Kontexten weltweit geschaffen. Die interaktiven und dialogorientierten Onlineformate zielen auf die Qualifizierung von Multiplikator*innen in Form von „Train the Trainer“-Ansätzen ab. Durch einen starken Einbezug der lokalen Partner*innen und ihrer fachlichen Expertise, werden neben kontext- und zielgruppenspezifischen Zugängen, auch die konfliktsensible Konzeption und Gestaltung der Workshops gewährleistet. So werden für die Projekt-Regionen individuelle Zugänge erarbeitet und implementiert. Supervisionen durch das Team der Berghof Foundation und die Partner*innen werden durch Peer-to-Peer Erfahrungsaustausch ergänzt.

Ein entsprechendes Monitoring und Evaluationskonzept trägt dazu bei, das wertvolle Feedback der Schlüsselakteur*innen strukturiert zu erfassen. Dies ermöglicht deren direkte Beteiligung an der Weiterentwicklung des Manuals. Langfristig kann so eine zielgruppengerechte Ansprache in allen Lernmedien und -formaten gesichert werden.

Ziele und Ergebnisse

Ziele der Projektmaßnahmen sind:

1. Die Stärkung der friedenspädagogischen Fähigkeiten und Kompetenzen im formalen und nonformellen Bildungsbereich tätiger religiöser oder religiös motivierter Multiplikator*innen.

2. Die Weiterentwicklung und Schärfung einer Friedenspädagogik in religiösen Kontexten.

3. Die Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung des Manuals "Religion Meets Peace Education" in unterschiedlichen Weltregionen, deren Konfliktkonstellationen einerseits religöse Komponenten aufweisen und in denen andererseits Friedensbemühungen der Religionsgemeinschaften erkennbar sind.

Bis September 2021 wird das Manual „Peace Education Meets Religion“ finalisert und in mehreren Sprachen zum Download auf der Website der Berghof Foundation sowie der Partnerorganisationen bereitggestellt werden.

Schlüsselakteur*innen

Schlüsselakteur*innen sind im formalen und non-formellen Bildungsbereich tätige religiöse oder religiös motivierte Multiplikator*innen.

Im französischen Kontext wird es sich dabei primär um Vertreter*innen und Mitglieder der Partnerorganisation AISA International ONG sowie (Gruppen-)Leiter*innen der Scouts Musulmans de France handeln.

In Kamerun werden sie sich aus drei Gruppen zusammensetzen. Darunter sind Mitglieder unterschiedlicher Religionszugehörigkeit des 2019 gegründeten regionalen Council for Religions for Peace und Vertreter*innen verschiedener von Frauen oder Jugendlichen geführten Gruppen, die sich für ein gewaltfreies und friedliches Miteinander in Kamerun engagieren.

Das Projekt „Peace Education meets Religion – Eine internationale Serie von Workshops und Qualifizierungskursen“ wird im Zeitraum von April 2020 – September 2021 mit Mitteln des Auswärtigen Amts, Referat „Religion und Außenpolitik" unterstützt.

An der Umsetzung beteiligt sind die Kooperationspartner*innen: