Frauen als kommunale Führungskräfte nach dem Krieg

Aufbau eines regionalen Peer-Advice Netzwerkes

Dieses Projekt soll Frauen, die nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen angehör(t)en, dabei unterstützen, in der Nachkriegszeit kommunale Führungsrollen zu übernehmen. Für das Projekt wurden weibliche Mitglieder nichtstaatlicher bewaffneter Gruppierungen ausgewählt, die vor Kurzem ein Friedens- bzw. Waffenstillstandsabkommen mit der jeweiligen Regierung unterzeichnet haben und bald ihre Wege in die Zivilgesellschaft in Mindanao (Philippinen) und Myanmar finden sollen. Diese Frauen treffen im Rahmen des Projektes auf ehemalige Kombattantinnen von drei demobilisierten, bewaffneten Gruppen aus Aceh (Indonesien), Mindanao und Nepal. Durch Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmerinnen greift das Projekt eine entscheidende Wissens- und Praxislücke auf und untersucht, wie ehemalige Kombattantinnen gestärkt werden könnten, um in Nachkriegsgesellschaften politische, soziale oder wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Laufzeit

November 2017 - März 2018

Vorgängerprojekte

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  • Nichtstaatliche bewaffnete Gruppen & Sicherheit im Wandel mehr >

Obwohl die Beteiligung an Widerstands/ Befreiungsbewegungen für weibliche Kämpfer häufig eine persönliche wie kollektive, gesellschaftliche Aufwertung bedeutet, wird ihr Anspruch zu demokratischer Beteiligung im Zuge der Umsetzung von Friedensabkommen bisweilen ins Abseits gedrängt, oder schlimmer noch – sie werden aufgrund ihres Geschlechts und ihrer bewaffneten/oppositionellen Vergangenheit stigmatisiert. Während männlichen Kombattanten häufig der Wechsel in die Politik gelingt, bleibt Frauen der Zugang zu kommunalen (geschweige denn nationalen) wirtschaftlichen, sozialen oder politischen Führungsrollen verwehrt. Damit wird die Chance verpasst, dass sie einen Beitrag zur Nachkriegsentwicklung und Friedenskonsolidierung leisten.

Dies wird durch die jüngste Studie der Vereinten Nationen, zur weltweiten Umsetzung der UN-Resolution 1325 – zum Thema: Frauen, Frieden und Sicherheit – bestätigt. Darin heißt es, dass der Ausschluss von Frauen aus Friedens(konsolidierungs)prozessen deren Nachhaltigkeit untergrabe. Dies gilt vor allem auf kommunaler Ebene.

Ansatz

Auf einem Pilotprojekt aus 2016 aufbauend (Report >) werden für die Beteiligung an diesem Projekt ehemalige Kombattantinnen ausgewählt, die es geschafft haben, die beschriebenen Herausforderungen zu überwinden und die zu erfolgreichen kommunalen Führungskräften in Aceh (Indonesien), Mindanao (Philippinen) und Nepal wurden. Die Erfahrungen dieser Gruppe werden an weibliche Mitglieder von drei bewaffneten Gruppen aus Myanmar und Mindanao weitergegeben, die sich derzeit in Friedensprozessen befinden.

Ziele und Ergebnisse

Das Projekt hat zwei Ziele: Zuerst wollen wir wichtige Erfahrungen von Frauen in Transformationsprozessen systematisieren und dokumentieren, die einen Wandel von der Kämpferin zur kommunalen Friedensstifterin mit umfassender sozialer, wirtschaftlicher oder politischer Verantwortung durchlaufen haben. Zweitens wollen wir einen Raum für gemeinsames Lernen und gegenseitigen Austausch schaffen - zwischen ehemaligen Kombattantinnen, die den Wechsel in die kommunale Politik bereits gemeistert haben, und denen, die vor dem Schritt in die Zivilgesellschaft stehen. Im Zuge dessen werden wir diesen Frauen die Möglichkeit bieten, dazu ein regionales Netzwerk aufzubauen.

Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit Shadia Marhaban, Senior Consultant aus Aceh (Indonesien) und dem Katahati Institute (Aceh, Indonesia) ausgeführt.

Im Februar 2018 wird ein regionaler peer-advice Workshop in Banda Aceh (Indonesien) abgehalten

  • Stina Lundström and Shadia Marhaban: Challenges and Opportunities for Female Combatants’ Post-War Community Leadership: Lessons Learnt from Aceh and Mindanao. 2016. Workshop Report. PDF >
  • Stina Lundström dan Shadia Marhaban: Tantangan dan Peluang bagi Perempuan Kombatan dalam Kepemimpinan di Komunitas Pascaperang: Pembelajaran dan Aceh dan Mindanao. 2016. Laporan Lokakarya. PDF >
  • Workshop report on a Roundtable with Mindanao stakeholders, Berlin, 11 November 2015: Securing the transformation: Post-agreement engagement with (former) non-state armed groups. PDF >
  • Véronique Dudouet and Katrin Planta: The Political Transformation of Armed and Banned Groups – Lessons Learned and Implications for International Support. Berghof Foundation/UNDP. PDF >
  • Véronique Dudouet, Katrin Planta and Hans J. Giessmann, From Combatants to Peacebuilders – A Case for Inclusive, Participatory and Holistic Security Transitions. Policy report. Berghof Foundation, February 2012. Hardcopy >
  • Shadia Marhaban “The Reintegration of Ex-Combatants in Post-War Aceh: Remaining Challenges to a Gender-Blind Planning and Implementation Process” in Véronique Dudouet, Katrin Planta and Hans J. Giessmann Post-War Security Transitions: Participatory Peacebuilding after Asymmetric Conflict, Routledge, 2012. Publishers >
  • Kiyoko Ogura “Challenges of Combatants’ Rehabilitation and Army Integration: Perspectives from Maoist Cantonments in Nepal” in in Véronique Dudouet, Katrin Planta and Hans J. Giessmann “Post-War Security Transitions: Participatory Peacebuilding after Asymmetric Conflict”, Routledge, 2012. Publishers >