Unsere Highlights 2019

06.01.2020

Zu Beginn des neuen Jahres, werfen wir einen kurzen Blick auf einige Highlights unserer Arbeit in 2019.

Neue Hoffnung für Afghanistan?

Nach jahrzehntelangem bewaffneten Konflikt hat Afghanistan im letzten Jahr wichtige Schritte in Richtung Frieden unternommen. Im Juli trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der afghanischen Regierung und Zivilgesellschaft sowie der Taliban-Bewegung in ihrer Eigenschaft als Privatpersonen zu einer Dialog Konferenz in Doha. Die Berghof Foundation war eingeladen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit Sitzungen zu moderieren, die den ersten echten Dialog zwischen den verschiedenen afghanischen Akteuren darstellen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedeten eine gemeinsame Resolution, in der sie Schritte für zukünftige innerafghanische Friedensverhandlungen skizzierten.

Mythen über Dialog und Deeskalation entlarven

Einen Dialog zu initiieren ist schwierig, wenn Regierungen darauf bestehen, bestimmte Akteure auszuschließen. Oft ist dies bei islamistischen Extremisten der Fall. Entgegen der Vorstellung, dass man mit diesen Akteuren nicht verhandeln kann, zeigt unser jüngster Forschungsbericht zu bewaffneten Salafi-Jihadi-Gruppen, dass es an so unterschiedlichen Orten wie Mali, Somalia und Syrien verschiedene Formen des Dialogs mit solchen Gruppen gegeben hat, die mögliche Wege zur Deeskalation aufzeigen. 

Als die baskische Separatistengruppe ETA sich 2018 einseitig entwaffnet und aufgelöst hat, zeigte sie einen weiteren möglichen Weg der Konfliktdeeskalation auf. Ein neuer Titel in unserer Transitions-Serie erforschte, wie dieser Wandel innerhalb der ETA zustande kam und welche Lehren daraus für andere Konflikte gezogen werden können.

Förderung von Dialog und Zusammenarbeit im Jemen

Im letzten Jahr haben wir unsere langjährige Unterstützung des Dialogs zwischen den jemenitischen Konfliktparteien fortgesetzt und unsere Arbeit vor Ort zur Verbesserung der lokalen Regierungsführung vertieft. Da die nationalen Institutionen durch die jahrelangen Konflikte erschüttert wurden, haben regionale Behörden im Hinblick auf die Sicherheit der Bevölkerung und das Erbringen sozialer Dienstleistungen an Bedeutung gewonnen. Indem wir die Lösung von Konflikten auf lokaler Ebene unterstützen, ermöglicht unsere Arbeit kleine, aber konkrete Schritte zur Linderung der humanitären Krise im Land - wie etwa die Wiedereröffnung einer Gemeindeklinik, die rund 6.000 Menschen versorgt

Druck auf die EU, sich für den Frieden zu engagieren

Im Februar, im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament, schlossen wir uns einem Bündnis von 110 europäischen Organisationen und Institutionen an, die eine Europäische Union fordern, die sich bedingungslos für Frieden und Menschenrechte einsetzt. Das Bündnis kritisierte die Pläne der EU, Milliarden in die Rüstungsforschung und die militärische Zusammenarbeit mit Ländern zu investieren, die sich aktiv an Kriegen und Menschenrechtsverletzungen beteiligen, und fordert Milliardeninvestitionen in gewaltfreie Konflikttransformation, Friedensaufbau sowie die Förderung von Menschenrechten und Demokratie.

Weitere Highlights 2019:

  • Unser Projekt Streitkultur 3.0, das mit einer innovativen App und Workshops, den „Dialoglaboren“, das gewaltfreie Zusammenleben im Internet fördert, wurde von der deutschen gemeinnützigen Organisation PHINEO mit dem "Wirkt-Siegel" ausgezeichnet und damit für seinen Beitrag zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts geehrt.
  • Wir haben eine aktualisierte Version des Berghof Glossars veröffentlicht, unserem prägnanten Leitfaden zu den Eckpfeilern der Friedensförderung und Konflikttransformation. Die Erstausgabe des Glossars wurde im Jahr 2012 veröffentlicht.
  • Wir haben eine Reihe von Kurzfilmen über somalische Friedensstifter produziert, die sich auf traditionelle Gemeinschaftsdialoge namens Shirarka konzentrieren, die zur Lösung lokaler Konflikte und zur Vertrauensbildung beitragen.
  • Wir haben einen Bericht veröffentlicht, der untersucht, was bestimmte Gemeinschaften widerstandsfähig gegen gewalttätigen Extremismus macht und der auf Untersuchungen in vier Ländern des Westbalkans basiert.
  • Auf der Grundlage des syrischen Kontextes haben wir ein neues Handbuch entwickelt, das Vorschläge dazu enthält, wie zivilgesellschaftliche Akteure, die in umkämpften Räumen und Konfliktsituationen tätig sind, dazu beitragen können, Sicherheit für ihre Gemeinschaften zu schaffen.
  • In seinem monatlichen Blog beschäftigte sich unser damaliger Geschäftsführer Hans-Joachim Gießmann im Jahr 2019 unter anderem mit dem Ende des INF-Nuklearvertrags, der Rolle der Religion bei der Förderung von Frieden und dem deutschen Schicksalstag am 9. November.
  • Und nach 11 Jahren als unser Geschäftsführer wechselte Hans-Joachim Gießmann Anfang 2020 in eine neue Rolle als unser Senior Advisor für Afghanistan.

Wir freuen uns, im kommenden Jahr unsere Arbeit für mehr nachhaltigen Frieden fortzusetzen. Besuchen Sie unserer Website und Social Media Kanäle, um über neuen und bestehende Projekten auf dem Laufenden zu bleiben.

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