Gewaltsamer Frieden – Lektionen für Kolumbiens Post-Verhandlungsphase aus Zentralamerika

25.06.2018

Auf dem diesjährigen Peacebuilding Forum, organisiert von FriEnt, gestaltete Berghof, zusammen mit dem Zivilen Friedensdienst der GIZ, eine Sitzung zu Friedensbemühungen in Lateinamerika. Konkret ging es darum, welche Lehren aus den zentralamerikanischen Friedensprozessen für die Umsetzung des jüngsten Friedensabkommens in Kolumbien relevant wären. Angesichts der hohen Gewaltraten in Guatemala und El Salvador scheint ein positiver Friede noch nicht greifbar. Wie also kann ein Friedensabkommen von einem unterzeichneten Dokument zur Realität in diesen Ländern werden?

Santiago Flores vom PREVENIR Programm der GIZ in El Salvador betonte die Bedeutung einer gemeinsamen, nationalen Vision staatlicher Politik, die inklusiv sei und Themen wie Exklusion angehe. Des Weiteren wies er auf die Notwendigkeit hin, die jüngere Generation, insbesondere Mitglieder krimineller Gruppen, einzubeziehen und den Dialog mit ihnen zu suchen. Stefan Köhler vom Zivilen Friedensdienst Guatemala und Carlos Sarti der Propaz Stiftung Guatemala betonten das Potential historischer Erinnerungsprozesse für die Gestaltung einer besser Zukunft

Viviana García vom GIGA Hamburg legte den Fokus auf die Rolle von Eliten, unter denen viele ein Interesse an der Aufrechterhaltung eines Status quo hätten und notwendige Reformen somit verhindern würden. Für einen umfassenden Frieden seien partizipative Mechanismen und soziale Kontrolle notwendig, so Andrés Home vom Beratungskonsortium Como-Berghof, das die Komponente der territorialen Friedensentwicklung des ProPaz Programmes in Kolumbien umsetzt. Strukturelle Gewaltursachen wie Exklusion sowie eine kulturelle Transformation anzugehen seien Lehren, die er für Kolumbien mitnehme. Für die Internationale Gemeinschaft und die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit wäre es wichtig, integrative Prozesse zu unterstützen, die sowohl Opfer als auch Täter berücksichtigen und auch die psychosoziale Arbeit beinhalteten. Um Friedensabkommen zu einer Entwicklungsagenda zu machen, müssen die Ursachen von Konflikten und struktureller Gewalt angegangen werden.

Vielen Teilnehmenden, die bisher noch nicht zu oder in Kolumbien arbeiteten, ermöglichte unsere Sitzung, sich mit der Situation in ihren Ländern vertraut zu machen und wichtige Faktoren für die Umsetzungsphase zu erkennen.