Internationaler Erfahrungsaustausch zu Extremismusprävention

05.06.2018

Wie geht man im Nahen & Mittleren Osten, dem Westlichen Balkan oder in Westeuropa mit verschiedenen Formen von gewalttätigem Extremismus um? Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede lassen sich festhalten? Welche Lehren kann man daraus für Präventionsansätze ziehen?

Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt eines international besetzen Workshops, den ein Team unseres Forschungsprogramms am 14. und 15. Mai 2018 in Berlin ausrichtete. Mehr als 30 Gäste, darunter Experten und Forschende, religiöse Würdenträger und Vertreterinnen von in den Regionen engagierten Regierungs- und Nichtregierungsinstitutionen brachten ihre unterschiedlichen Erkenntnisse und Erfahrungen zur Prävention von gewalttätigem Extremismus ein.

Organisiert wurde der Workshop im Rahmen des partizipativen Forschungsprojektes Möglichkeiten zur Prävention von gewaltsamen Extremismus im Westlichen Balkan, das aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert wird. In diesem Zusammenhang untersuchen wir Bedingungen von Resilienz, also die Frage, warum in manchen Gemeinden zahlreiche Menschen von gewaltsamem Extremismus angezogen und/oder von ISIL-nahen Gruppierungen als Kämpfer in Syrien oder dem Irak rekrutiert werden können, während in anderen Gemeinden diese Ideologie und/oder Rekrutierungsversuche kaum Erfolg zu haben scheinen. Die lokalen Forscherinnen und Forscher, die diese Zusammenhänge in Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo und Mazedonien untersuchen, diskutierten mit den internationalen Kolleginnen und Kollegen darüber, welche verschiedenen Ursachen und Triebkräfte hinter dem Phänomen des gewaltsamen Extremismus stehen und wie kontrovers bestimmte Begriffe in diesem Forschungsfeld verstanden werden. Weitere wichtige Themen waren, wie verschiedene Akteure (z.B. Jugend- und religiöse Institutionen) auf positive Veränderungen hinarbeiten, welche Faktoren Gemeinden resilient werden lassen und wie Präventionsprogramme hier gezielt einwirken können. Weiterhin wurde das mögliche Zusammenspiel von Friedensarbeit und Präventionsinitiativen diskutiert.

Im Anschluss an diesen Austausch fand ein Arbeitstreffen der Forschenden mit Mitgliedern des projektbezogenen Fachbeirats statt. In den kommenden Wochen und Monaten werden die lokalen Forscherteams nun ihre Feldforschung beenden, die Länderstudien fertigstellen und ihre Ergebnisse mit wichtigen Akteuren vor Ort teilen. Vier Länderstudien und ein vom Team der Berghof Foundation erstellter vergleichender Bericht werden bis Ende 2018 veröffentlicht.

Besonders gespannt sehen wir den Veranstaltungen vor Ort entgegen. Deren Ziel ist es, mit den direkt Betroffenen Empfehlungen zu erarbeiten, wie Präventionsstrategien, besonders auf lokaler Ebene, verbessert werden können.