„Undeclared Wars“ - Leitartikel des Berghof Handbook Dialogs zu sozialer Gewalt online

26.05.2016

© Maren Sass

In manchen Ländern ist die Zahl der Zivilisten, die von bewaffneten Banden oder kriminellen Organisationen getötet werden, bisweilen höher als in herkömmlichen Kriegen und Konflikten. Dennoch wurden diese „Schattenkriege  lange Zeit weit weniger beachtet als politisch motivierte, bewaffnete Auseinandersetzungen. Da die negativen Folgen wie sozio-politische Destabilisierung und bisweilen alarmierende Opferzahlen aber immer deutlicher werden, setzen sich nationale und internationale politische Akteure nun auch zunehmend mit dem Problem der „bewaffneten sozialen Gewalt“ auseinander.

Dieser Leitartikel des aktuellen Handbook Dialogs argumentiert, dass man im Hinblick auf Probleme wie urbane Gewalt, gewalttätige Jugendbanden, Bürgerwehren und organisierte Kriminalität noch am Anfang stehe. Die Konzepte und Strategien, wie mit ihnen umzugehen sei, müssten noch deutlich ausgebaut werden.

Versuche, Vorgehensweisen aus dem Umgang mit politisch motivierter Gewalt, oder eine „harte Hand gegen Kriminelle“ einfach auf den Kontext der „bewaffneten sozialen Gewalt“ zu übertragen, zeigten bislang wenig Wirkung.

Die Autoren, Bernardo Arévalo de León und Ana Glenda Tager, sehen in, aus dem Peacekeeping-Bereich bekannten, integrativen und partizipativen Methoden einen guten Ansatz für die internationale Gemeinschaft, um sich konstruktiv mit dem Phänomen der „bewaffneten sozialen Gewalt“ auseinanderzusetzen.

Wir freuen uns auf eine lebhafte Debatte und werden in den kommenden Monaten eine Reihe von Beiträgen veröffentlichen, die sich mit den wichtigsten Argumenten des Leitartikels auseinandersetzen.

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