Konferenz über den Beitrag religiöser Medien zu mehr Toleranz

Am 20. und 21. Dezember 2015 organisierte Dar al-Fatwa zusammen mit der Berghof Foundation eine zweitägige Konferenz zu den Möglichkeiten religiöser Medien, Toleranz zu fördern und Extremismus entgegenzuwirken. Die Konferenz fand auf Einladung des Großmufti der libanesischen Republik, Scheich Abd al-Latif Darian, bei Dar al-Fatwa in Beirut statt. Dabei sollte eine gemeinsame Strategie zu religiösen Medien entwickelt werden, um moderate Diskurse zu fördern und religiöse Botschaften zur Stärkung von Toleranz und Pluralismus besser zu verbreiten. Diese Veranstaltung fand im Rahmen eines gemeinsamen Projektes zur Unterstützung der Strategieentwicklung von Dar al-Fatwa und der zugehörigen Institutionen statt. Dieses Projekt soll außerdem die Stabilität und religiöse Toleranz im Libanon stärken.

Der Großmufti von Ägypten, Scheich Dr. Shawqi Allam, der Großmufti von Jordanien, Scheich Abd al-Karim Khasawneh, sowie der Großmufti vom Libanon, Scheich Abd al-Latif Darian, waren die Hauptredner der Konferenz, die bereits die Beirut-Erklärung für aufgeklärte religiöse Medien gemeinsam entwickelt hatten. Diese wurde am Ende des ersten Tages unterzeichnet. Darin wird die Notwendigkeit betont, „Verpflichtungen zum reformierten und moderaten religiösen Diskurs“ sowie „zur Verbreitung von aufgeklärten, professionellen und verlockenden religiösen Informationen und Ideen zu erneuern“. Außerdem haben sich die drei Muftis darauf geeinigt, die Kooperation „zwischen religiösen legislativen Organisationen in Ägypten, Jordanien und im Libanon“ zu ermöglichen, um Informationen und Expertise auszutauschen. Schließlich riefen sie muslimische und christliche religiöse Organisationen auf, „miteinander zu kooperieren, um ein ‚Observatorium‘ für Koexistenz aufzubauen, das in Beirut angesiedelt sein soll“. Gleichzeitig forderten sie arabische Privat- und Regierungsmedien dazu auf, „religiöse Angelegenheiten mit Kenntnis und Verantwortung anzugehen“.

Am zweiten Tag fanden vier Panel-Diskussionen mit libanesischen, palästinensischen und ägyptischen Experten unterschiedlicher religiöser, professioneller und akademischer Richtungen statt. Am Ende der Konferenz formulierten die Teilnehmenden mehrere Empfehlungen. Es sei zum Beispiel notwendig, eine Medienstrategie zur Bekämpfung des Extremismus in der arabischen Welt zu entwickeln. Eine solche Strategie würde diesen nicht nur verurteilen, sondern auch Alternativen anbieten und das Internet und soziale Medien dazu nutzen, um Extremismus zeitgemäß zu bekämpfen. Andere Empfehlungen waren, unter anderem, dass religiöse Hochschulen und Universitäten Medienwissenschaften anbieten sollten. Schließlich sollten Dar al-Fatwas Medien und Medienkanäle weiterentwickelt und erweitert werden, zum Beispiel durch soziale Medien.