Internationale Sommerschule für junge Friedensstifter

Die Internationale Berghof Sommerschule für junge Friedensstifter bringt junge Erwachsene aus der ganzen Welt zusammen, die sich in ihren Herkunftsländern für Frieden und Gewaltfreiheit einsetzen. Das Projekt zielt auf die Unterstützung und Ermutigung von jungen Friedensstifterinnen und Friedensstiftern ab und fördert die Etablierung eines internationalen Netzwerkes. Im Georg-Zundel-Haus der Berghof Foundation in Tübingen tauschen sich die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen mit Friedensprojekten aus und diskutieren die Kompetenzen und Fähigkeiten von Friedensmacherinnen und Friedensmachern. Sie lernen von gelungenen Beispielen weltweiter Friedensstiftung und erkennen, dass sie nicht alleine sind: weder mit ihrem Leben in Krisen- und Konfliktregionen, noch mit der Anstrengung gewaltfreie Wege zu finden. In einer entspannten Atmosphäre können sich die jungen Erwachsenen von der gewaltsamen und konfliktreichen Situation in ihren Heimatländern erholen und neue Kraft für ihr Friedenshandeln schöpfen. Vorträge und eine Exkursion zum Friedensmuseum Lindau stärken das Fachwissen und inspirieren die Weiterarbeit.

Laufzeit

Seit 2014 

Konfliktlage

In allen Konflikt- und Krisenherden dieser Welt gibt es Menschen, die sich gegen Gewalt aussprechen und sich auf vielfältige Weise für eine friedlichere Zukunft engagieren. Die Rolle von jungen Erwachsenen im Bereich der weltweiten Friedensstiftung erfährt immer größere Beachtung. Ihre Handlungsspielräume sind in einem von Konflikten und Gewalt geprägten Umfeld stark eingeschränkt. Ihr Lebens- und Arbeitsalltag ist häufig kräftezehrend und unter Umständen mit traumatischen Erlebnissen verbunden.

Ansatz

Ein grundlegendes Element der Sommerschule ist der Orts- und Perspektivenwechsel der Teilnehmenden. Durch die Entfernung zu ihren Heimatländern können sie Abstand nehmen von den Belastungen ihres Arbeitsalltags in einem von Spannung geprägten Umfeld. Gemeinsam bauen sie Stress ab und tanken neue Kraft für ihr Friedenshandeln. Im Vordergrund steht weiterhin das gemeinsame Lernen aus dem vielfältigen Erfahrungsschatz der Gruppe sowie von gelungenen weltweiten Beispielen der Friedensstiftung. Durch erfahrungsbasiertes Lernen und mit partizipatorischen, dialog- und teilnehmerorientierten Methoden reflektieren die Teilnehmenden ihre Arbeitserfahrungen. Sie finden kreative Lösungen für ihre Probleme und erkennen, dass sie Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben. Biographisches Lernen ermutigt und inspiriert die jungen Erwachsenen.

Ziele und Ergebnisse

Die Sommerschule bietet den jungen FriedenstifterInnen einen Raum um Frieden durch interkulturelle Begegnung erfahren und Ansätze für Konflikttransformation diskutieren und erproben zu können. Das Ziel der Sommerschule ist die Etablierung eines weltweiten Netzwerks von jungen Friedensstifterinnen und Friedensstifter, die sich austauschen, miteinander kooperieren und sich gegenseitig unterstützen. Eine junge Teilnehmerin betont: "Bisher waren die Länder nur Namen, jetzt habe ich Freunde von dort gefunden. Dieses Netzwerk wird uns in Zukunft bei der Zusammenarbeit helfen." Mit der Sommerschule 2014 wurde hierzu der Grundstein gelegt. Die Berghof Foundation will das entstehende Netzwerk langfristig ausbauen und dem Austausch und der Kooperation Kontinuität geben.

Partner

Die Sommerschule ist ein Projekt der Berghof Foundation. Die Teilnehmenden der Sommerschule werden in Absprache mit lokalen Partnerorganisationen der Berghof Foundation ausgewählt.

Förderer

Die Sommerschule 2016 wird gefördert vom Förderverein Berghof Peace Education / Institut für Friedenspädagogik e.V., der Universitätsstadt Tübingen und der Stiftung Mercator. Das Fördernetzwerk soll erhalten und erweitert werden.

Juli 2016 - "Wir verändern die Welt...

... in einen friedlicheren und besseren Ort – auch wenn der Prozess nur langsam voranschreitet und sehr lange dauern wird“. So lautet das Fazit einer Teilnehmerin der 3. Internationalen Sommerschule für junge Friedensstifterinnen und Friedensstifter. Wie in den Jahren zuvor trafen sich fünfzehn besonders engagierte junge Menschen im Georg Zundel Haus der Berghof Foundation in Tübingen um Erfahrungen auszutauschen, neue Inhalte und Methoden der Friedenspädagogik kennenzulernen und um sich von ihrer schwierigen Arbeit zu erholen. Ein Schwerpunkt der Sommerschule waren Impulse für eine konfliktsensitive Flüchtlingsarbeit, welche die Teilnehmenden nun in ihren Heimatländern oder aktuellen Gastländern (Ruanda, Uganda, Ägypten, Libanon, Jordanien, Iran, Türkei, Griechenland, Ukraine, Montenegro, Schweden, Frankreich, Deutschland) umsetzen möchten. Angesichts der Entwicklungen in der Türkei und den Anschlägen in Deutschland wurde allen bewusst, wie wichtig ein internationales Netzwerk ist, um Flüchtlingsarbeit als Friedensarbeit verstehen und langfristig entwickeln zu können.  

Die Sommerschule wurde neben privaten Spenden vom Förderverein Berghof Peace Education, der Universitätsstadt Tübingen, der Stiftung Mercator, der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg sowie der Wilhelm-Schickard-Schule Tübingen auf unterschiedliche Weise unterstützt.

Mai 2016 – Ankündigung der Dritten Internationale Berghof Sommerschule für junge Friedensstifter

"Flüchtlingsarbeit als Friedensarbeit" - So lautet das Thema der diesjährigen Berghof Sommerschule in Tübingen. Vom 15.-22. Juli kommen rund 20 junge Erwachsene aus Ländern wie Jordanien, Iran, Ägypten, Uganda, Ruanda, Türkei, Griechenland, Montenegro, Ukraine, Schweden und Deutschland zusammen.

Einige der Teilnehmenden haben selbst Fluchterfahrungen hinter sich und setzen sich nun für jene ein, die heute als Flüchtlinge weltweit Schutz suchen. Die diesjährige Sommerschule bringt damit eine neue Generation von jungen Friedensstiftern zusammen, die sich alle in der ehren- oder der hauptamtlichen Bildungs- und Sozialarbeit mit Geflüchteten betätigen. Ihr Verständnis von Flüchtlingsarbeit als Friedensarbeit soll gefördert werden und damit Voraussetzungen für ein langfristiges, werteorientiertes Engagement schaffen. Die Zusammenkunft von jungen Menschen mit ähnlichem beruflichem Fokus wird ihnen einen einmaligen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe und gegenseitige Stärkung in einem geschützten Rahmen ermöglichen.

September 2015 – Zweite Internationale Berghof Sommerschule für junge Friedensstifter

Zur zweiten Berghof Sommerschule kamen 16 junge Friedensstifter aus Armenien, Ägypten, Deutschland, Elfenbeinküste, Georgien, Indien, Iran, Irak, Jordanien, Libanon und Ruanda nach Tübingen ins Georg Zundel Haus. Dort haben sie ein Netzwerk gegründet, in dem sie sich gegenseitig inspirieren und Kraft geben für die schwierige Arbeit am Frieden. Die jungen Menschen arbeiten in Krisenregionen in Flüchtlingslagern, in NGOs, in Museen, in der Wissenschaft oder in der Friedensbewegung. Eine Woche lang tauschten sie hier ihre Erfahrungen aus und diskutierten Prinzipien und Strategien der Gewaltfreiheit. Besonders begeistert waren die Teilnehmenden von den interaktiven Methoden der Friedenspädagogik. Sie können diese nun in ihren Ländern mit ihren eigenen Zielgruppen erproben und so das Netzwerk junger Friedensstifter erweitern. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer würdigte in einem Grußwort die Arbeit der jugendlichen Friedensstifter und unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung für die Stadt Tübingen

September 2014 – Erste Internationale Berghof Sommerschule für junge Friedensstifter

Zur ersten Internationalen Berghof Sommerschule reisten 15 junge Friedensstifterinnen und Friedensstifter aus Abchasien, Ägypten, Deutschland, Georgien, Honduras, Iran, Jordanien, Libanon, Mazedonien und Palästina an. Die jungen Erwachsenen lernten von gelungenen Beispielen weltweiter Friedensstiftung und tauschten sich über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen aus. Mitarbeiterinnen des UN Institut for Training and Research (UNITAR) sowie der Nichtregierungsorganisation Peace Boat gaben zusätzliche Impulse. Eine Exkursion ins Friedensmuseum Lindau zeigte wie attraktive Räume für die Auseinandersetzung mit Friedensstrategien geschaffen werden können. In ihren Auswertungsberichten zur Sommerschule schätzten die Teilnehmenden zudem den hohen Erholungswert vom anstrengenden und häufig von gewaltsamen Konflikten geprägten Alltag in ihren Herkunftsländern sowie die Ermutigung zur reflektierten Weiterarbeit.