Studie: “Jugendliche Aktionsräume” für Mediation und Dialog

“Jugend als Friedensstifter”  stand bei internationalen und lokalen Friedensinitiativen in letzter Zeit häufiger auf der Agenda. In Konflikten versucht man weltweit, Jugendliche in Lösungsversuche einzubinden und sie mithilfe von Dialog und Mediation zu stärken. Derartige Initiativen haben in vielen Fällen zu inspirierenden Ergebnissen geführt, indem sie zu sozialem Wandel und Konflikttransformation beitrugen. Welchen Beitrag können Jugendinitiativen aber zu Mediation und Dialog leisten?

Ziel dieser Rahmenstudie ist es, mehr über die Spielräume junger Leute  („Youth space“) im Hinblick auf Mediation und Dialog zu erfahren. In einem ersten Schritt werden die Beteiligung und Leistungen junger Akteure in Mediations-, Dialog- und Friedensprozessen erfasst und analysiert [nachgewiesen]. Die Rahmenstudie gilt als Grundlage für die Planung weiterer Forschungs-und Praxisvorhaben zu dem Thema.

Zeitplan

Juli-Dezember 2016

Die Führungsrolle junger Akteure in sozialen Bewegungen und Veränderungsprozessen wie Gewaltprävention und Friedensbemühungen  hat in den letzten Jahren deutlich an Beachtung gewonnen. So bleibt etwa die Aufbruchsstimmung gerade der jungen Protagonisten des Arabischen Frühlings in Erinnerung. Gleichzeitig nimmt die breite Öffentlichkeit Jugendliche häufig als problematisch wahr, etwa in Zusammenhang mit soziopolitischer Gewalt – insbesondere gewaltsamem Extremismus. Dabei handelt es sich aber weder um neue Phänomene noch scheint diese Sichtweise besonders ausgewogen. Viele positive Beispiele, in denen sich junge Menschen weltweit mithilfe von Mediation und Dialog für eine friedliche Lösung einsetzen, finden zu wenig Beachtung. Auch die Konfliktforschung hat die Besonderheiten jugendlicher Ansätze bislang kaum analysiert, ebenso wenig wie deren weiteren Kontext, wie etwa ihre Interaktion/Beziehung mit/zu nichtjugendlichen Akteuren.

Als Versuch, diese Forschungslücke zu schließen, werden in der gemeinsamen Rahmenstudie der Berghof Foundation und der Finn Church Aid jugendliche Aktionsräume (Youth Spaces) in Mediations- und Dialogprozessen qualitativ untersucht. Um die spezifischen Charakteristika, Aspekte, Herausforderungen und Potentiale des Engagements junger Menschen für Mediation und Dialog besser einschätzen zu können, werden  entsprechende Beispiele zusammengetragen. Insbesondere sind zwei Fallstudien zu Myanmar/Birma und der Ukraine geplant.

Die Studie steht in Zusammenhang mit Resolution 2250 des UN-Sicherheitsrats zu Jugend, Frieden und Sicherheit, die eine stärkere Beteiligung junger Frauen und Männer an der Prävention und Lösung gewaltsamer Konflikte einfordert. So soll sie thematisch u.a. zum in der Resolution verfügten Fortschrittsbericht Progress Study on youth, peace and security beitragen und weitere Forschungsvorhaben zu diesem Thema anregen.

 

Das Projekt wird von unserem Kooperationsparter Finn Church Aid (FCA) finanziert.

2016 Dezember: Verifikations-Workshop in Yangon, Myanmar       

2016 September-Oktober: Feldstudien in Myanmar und Ukraine

  • Irena Grizelj: The Youth Space of Dialogue and Mediation in Myanmar. 2017. Berlin: Berghof Foundation. Case Study Report. mehr >