Zypern: Security Dialogue Project

Das Schild hängt an einem der beiden Grenzübergänge in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia, an dem die Bewohner die Grenze zur anderen Seite der geteilten Insel überqueren können.

Ziel des Security Dialogue Project ist es, den Friedensprozess in Zypern unmittelbar zu unterstützen. Dazu werden innovative und umsetzbare Optionen für Sicherheitsabkommen identifiziert und erarbeitet, die im Rahmen einer politischen Lösung des Konflikts die Interessen und Bedürfnisse beider zypriotischer Gemeinschaften berücksichtigen. Das Projektteam verbindet dabei die internationale Sicherheits- und Dialogexpertise der Berghof Foundation mit der umfangreichen Forschungserfahrung der zypriotischen Partnerorganisation SeeD, einem bi-kommunalen Think tank mit Sitz in Nikosia. Besonderes Augenmerk liegt auf den verschiedenen Perspektiven der zypriotischen Bevölkerung und der wichtigsten Entscheidungsträger für Sicherheitsfragen, um sicherzustellen, dass die spezifischen Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Interessen beider zypriotischer Gemeinschaften berücksichtigt werden. Zudem wird die Frage nach einer funktionalen zypriotischen Sicherheitsarchitektur in den regionalen Kontext des östlichen Mittelmeerraums sowie globaler Sicherheitsfragen eingebettet. Basierend auf umfangreicher qualitativer und quantitativer Forschung berät das Projektteam politische Entscheidungsträger und Verhandlungsführer in Zypern, indem Optionen zu konkreten Sicherheitsfragen identifiziert werden, welche die Bedürfnisse beider Bevölkerungsgemeinschaften in Rechnung stellen. Im Hinblick auf eine mögliche politische Lösung des Konflikts analysiert das Projekt außerdem, wie die politischen Institutionen beider Gemeinschaften auf die Umsetzung eines möglichen Friedensabkommens und insbesondere die Übergangsphase vorbereitet und unterstützt werden können.  

Zeitrahmen:

September 2016 – März 2017

Seit der Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen im Frühjahr 2015 konnten sich die türkisch-zypriotische und die griechisch-zypriotische Seiten bereits auf viele Punkte einigen. Die meisten Punkte, die noch offen sind, fallen unter das Kapitel „Sicherheit und Garantien“, das auch in vergangenen Verhandlungen immer am meisten umstritten war. Meinungsumfragen und Forschungsergebnisse machen deutlich, dass dieses Verhandlungskapitel für die Bevölkerungen beider Seiten das Wichtigste ist, und dass die Vereinbarungen zu diesem Kapitel entscheidend für Erfolg oder Scheitern des Friedensprozesses sein werden. Sollte es den Verhandlungsteams also nicht gelingen, die Bedürfnisse und Ängste beider Gemeinschaften erfolgreich zu adressieren, ist zu befürchten, dass die Bevölkerung  jede erzielte Vereinbarung in dem danach geplanten Referendum ablehnen wird. Dies würde die Umsetzung des Abkommens verhindern.

Ansatz

In der 7-monatigen Projektphase bezieht das Projektteam lokale und internationale Akteure partizipativ in den zypriotisch geleiteten Prozess ein. Forschungsdaten aus Fokusgruppengesprächen und Interviews mit zypriotischen Entscheidungsträgern für Sicherheitsfragen sowie wichtigen Akteuren der Zivilgesellschaft werden in Zusammenarbeit mit internationalen Sicherheitsexperten analysiert. Diese können ihre fachliche Expertise und Erfahrungen aus ähnlichen politischen Prozessen einbringen. Daraufhin wird die Durchführbarkeit der entwickelten Optionen für Sicherheitsvereinbarungen in Meinungsumfragen in ganz Zypern getestet. In direkten Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern stellt das Projektteam die  Forschungsergebnisse und die entwickelten Optionen für Sicherheitsabkommen vor. Dadurch trägt das Projekt zum Ziel einer umfassenden und vor allem nachhaltigen Lösung des Konfliktes bei.

Partner:

Sustainable Peace and Democratic Development (SeeD)

Interpeace

Für mehr Informationen können Sie unser Projektteam sowie die Senior Researcher unserer Partnerorganisation SeeD (Dr. Ilke Dagli dagli@seedsofpeace.eu, und Dr. Giorgos Kentas, kentas@seedsofpeace.eu) kontaktieren.

Finanzierung:

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt finanziert. SeeD erhält finanzielle Unterstützung des US State Department und des Niederländischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten.

28. September 2016 Interne Auftaktveranstaltung des Projekts.

18-21. Oktober 2016 Capacity-Building- Workshop für die Partnerorganisation SeeD

23-24. November 2016 Analyseworkshops mit Sicherheitsexperten und der Partnerorganisation SeeD

15-16. Dezember 2016 Öffentliche Auftaktveranstaltung des Projekts

14. März 2017 Konferenz: The Role of the European Union in Post-Settlement Cyprus

Presseerklärung (Englisch) >          Weitere Informationen >

  • Nina Caspersen : Transitional Security Arrangements: A Comparative Perspective. 2017. Berghof Foundation & SeeD. Security Dialogue Project - Background Paper. PDF >
  • Christalla Yakinthou : Transitional Justice in Cyprus. Challenges and Opportunities. 2017. Berghof Foundation & SeeD. Security Dialogue Project - Background Paper. PDF >
  • Emine Eminel Sülün & Zenonas Tziarras: Federal Cyprus in the Context of Regional Security. 2017. Berghof Foundation & SeeD. Security Dialogue Project - Background Paper. PDF >
  • Stratis-Andreas Efthymiou : Multi-Communal Security Force for United Cyprus. 2017. Berghof Foundation & SeeD. Security Dialogue Project - Background Paper. PDF >
  • Anna Koukkides-Procopiou : Gender and Inclusive Security: A new approach to the Cyprus Problem within the framework on Security Dialogue. 2017. Berghof Foundation & SeeD. Security Dialogue Project - Background Paper. PDF >
  • Derya Dilara Akguner : Multicultural and Secure Urban Areas: The Importance of Global and Local Connectedness. 2017. Berghof Foundation & SeeD. Security Dialogue Project - Background Paper. PDF >